Dienstag, 21. Juni 2011

Neue Waschgänge

Es ist schon bewundernswert, wie einfallsreich man sein muss, um Bürokratie so unsinnig wie möglich zu erschaffen und für den Verbraucher so unbequem wie möglich zu gestalten. Da ich mal wieder eine saubere Hose brauchte und mich entschied, aus Zeitspatgründen bei mir im Haus zu waschen, wurde ich auf eine neue Regelung der Bezahlung aufmerksam gemacht. Vorher konnte man wie das auch sonst überall üblich ist, direkt bei der Wäschereifrau bezahlen. Die Bezeichnung Wäscherei ist eigentlich nicht wirklich zutreffend, da sie nur über drei Waschmaschinen und zwei Trockner herrschen darf und man bei viel Betrieb schon mal einen Tag warten kann, bis man seine Wäsche wieder zu Gesicht bekommt. Aber genug der Beschwerde, deswegen bin ich ja sonst zu einem anderen Waschsalon gefahren. Heute nun aber waren alle Maschinen leer und ich konnte meine beiden Trommeln direkt selbst einwerfen. Als ich ihr sagte, dass ich das Geld später vorbei bringen würde, deutete sie auf ein Schild an der Tür, auf dem stand: "Ab sofort kann man Wäschen nur noch mit vorher geholter Quittung durchführen. Zu diesem Zweck bitte zu einem anderen Wohnheim fahren, dort Wäsche und Trocknen bezahlen und uns dann die unterschriebene und sicherlich auch gestempelte Quittung vorlegen." Mir ist der Unterkiefer abgeklappt und sie stimmte mir sofort zu, dass das völliger Blödsinn ist und meinte, für mich könnte sie ja eine Ausnahme machen :) Also bezahle ich direkt bei ihr, habe die russische Bürokratie wieder einmal besiegt, fühl mich aber als Deutsche ganz schuldig, weil ich nicht den offiziellen Weg gegangen bin, bis ins nächste Wohnheim und wieder zurück nämlich.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Lange Pause, Kurzer Sinn

Meine Prüfungen sind bestanden, meine Eltern und Bruder mit Katja durch die Stadt geschleust und heil wieder heim gebracht und meine Angelegenheiten in Petersburg bis auf wenige Besuche und Schuldeneintreibungen geregelt. Mehr habe ich in den letzten 15 Tagen auch nicht gemacht. Jetzt bleiben noch 15, um mich zu verabschieden und alles zu sehen, was ich immer noch nicht abgehakt habe. Dazu gehören die Stadt Welikij Novgorod, der Palast in Gatschina und die verschiedenen Nebengebäude des Russischen Museums.

Meinem Besuch hat es zum Glück sehr gut gefallen, auch wenn das Programm eng und laufreich war. Alle Vier sagen im Nachhinein (3 Tage nach Heimfahrt), dass es ein schönes Wochenende war und dass man sich immer wieder gern daran zurückerinnern kann, im Alter. Ich kann also ruhigen Gewissens behaupten, eine der besten Stadtfüherinnen Petersburgs zu sein und hätte gern mehr Freunde und Familie hier begrüßt, wenn denn die Zeit gewesen wäre.

Heute Abend war ich mit meinen Mitbewohnerinnen auf einem Sting-Konzert auf dem Schlossplatz. Es war kostenlos und in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Philharmonieorchester und hat mir natürlich sehr gefallen. Falls mir jemand eine Sting CD schenken will (zum nächsten Festchen) wäre ich entzückt. Andere Musik tuts aber auch.