Donnerstag, 19. September 2013

Práce a Život

Alles neigt sich dem Ende zu, nur die Wurst hat zwei. So ähnlich war das doch, oder. Prag war auf jeden Fall eine produktive Phase. Ich habe schon oft schnelle Hausarbeiten geschrieben und auch zwei auf einmal, aber noch nie, während ich tagtäglich auf Arbeit gehe. Man könnte meinen, die Geschäftigkeit hilft.

Heut morgen habe ich endlich Vaters Aufkleber mit in die Stadt genommen und schon 5 auf gut sichtbare Stellen verklebt. Es lebe das Erzgebirge und das UNESCO Programm. Mal sehn, wie lang die hängen bleiben und wie viele Menschen durch diese Form der Werbung ins Erzgebirge gelockt werden.

Sonst ist alles ok, bin sehr müde, meine Schleimhäute sind wieder gereizt, meine Arbeit wird nicht besser, ich habe endlich Daim gefunden, sodass ich bald einen Kuchen backen kann. Ich sehne mich nach meinem eigenen Bett, die Sprungfedern werden immer ungemütlicher. Ich hätte gern einen Pürierstab, oder wie auch immer man das schreibt und einen E-Mixer, aber bitte keinen i-Mixer, die kosten zu viel.

Kenn schennern Baam gibst wie n Vuglbeerbaam, do hul mor se rei, best wishes (i had scrambled brain for breakfast but I felt like writing anyways).

Freitag, 13. September 2013

Gedankenschweifen

Mit ist auf einem meiner gedanklichen Ausflüge eine Idee gekommen, die ich gern teilen wollte. Zu sagen: Wir schreiben das Jahr 2013 ist eigentlich völliger Blödsinn. Wann schreiben wir das denn schon noch. Richtiger und verständlicher wäre doch heutzutage: Wir tippen das Jahr 2013.

Und sonst gehts mir aber gut.

Dienstag, 3. September 2013

Reisebericht

Da dieser Blog nur einen interessierten Leser hat, sollte man auf dessen Meinung vermutlich auch eingehen. Wie sonst erhält man sich die Leserschaft.

Liebe Mutti:
Letzte Woche war ich während der Arbeitszeit in einer Kinderoper. Es war ein bisschen schön. Ich hatte mehr erwartet. Die Musik war nicht schlecht, die Handlung mehr oder weniger spannend, der Gesang Einiger grauerlich, die schauspielerische Leistung aber sehr gut. Vor Beginn konnten die Kinder durch Feentunnel über die Bühne gehen und sich hinter der Bühne alles anschauen. Sogar das Orchester und einige Sänger haben schon ca. 20 min. vor Beginn eine kleine, sich wiederholende Einführung in die Handlung gegeben, als Teil der Show und damit den Kinnings nicht langweilig wird. Hatte ich so noch nicht gesehen, war ne gute Idee, ich werd aber sicher nicht noch mal hingehen.

Samstag Vormittag habe ich saubergemacht. Ich habe mein Zimmer gewischt und unter dem Heizkörper Zigarettenstummel und ein Feuerzeug vom Vormieter gefunden. Das war nicht schön. Dann habe ich die Tür ausgehängt und die Scharniere mit Sonnenblumenöl eingerieben. Die läuft jetzt wieder wie geschmiert, ha ha.

Am Samstag Nachmittag waren wir im Zoo. Es war schön. Wir hatten ein bisschen schönes Wetter und auch ein paar Tropfen Regen. Der Zoo hier ist sehr groß und auch sehr schön gemacht. Die Tiere haben alle große, moderne Häuser und Wohnungen. Leider war vieles nicht zu sehen, weil der Zoo bei den Überschwemmungen in Prag viel Schaden genommen hat. Aber zum Glück liegt ein Großteil des Zoos auf einem Berg und dort war noch alles trocken. Wir mussten also auch unsere Beine anstrengen. Es gibt nicht so viele Tierhäuser wíe in Leipzig, aber dafür haben die Prager all die großen, aufregenden Tiere. Besonders gefallen haben mir die Flusspferde. Ich habe schon lange keine mehr gesehen. Sie haben viel im Wasser gespielt und weil man auch unterwasser etwas sehen konnte, war das ganz große Flusspferd einmal direkt vor uns mit seinem großen Maul und der borstigen Nase. Der Zoo hat 2 Giraffenfamilien, schöne Pinguine, allerlei Raubtiere, Eisbären und noch ganz viele andere tolle Tiere. Allerdings gab es im ganzen Gelände nicht sehr viele Eisstände. Ich habe am einzigen, den ich gesehen habe, ein Eis gegessen. Sonst stehen überall nur Automaten. Die Elefanten hatten gerade ein kleines, niedliches Jungtier, das viel im Dreck gespielt hat. So toll wie die Dressurnummer im Dresdner Zoo war es aber nicht.

Danach sind wir Pizza essen gegangen. Es war lecker. Während des Essens ist eine Kolonne von 17 Polizeifahrzeugen an uns vorbeigefahren mit viel Blaulicht. Da hat sich wohl irgendwo jemand eine Schießerei geliefert und der Sheriff musste eingreifen. Danach sind wir zurück in die Wohnung und haben uns noch ein bisschen unterhalten. Es war schön.

Am Sonntag habe wir lang geschlafen. Ich habe vormittags gelesen und nachmittags waren wir auf der Burg. Für mich, seit ich hier bin schon das zweite Mal, wird auch nicht das letzte sein. Die Kirche ist immer wieder imposant und immer wieder muss man Eintritt zahlen. Da es sehr kalt war, hatte meine Begleiterin keine Lust lang zu bleiben. Sie wollte schnell wieder heim und so haben wir nur das nötigste besucht. Ein kurzer Abstecher in die Gärten und ein Blick über das leicht gräuliche aber nicht gräuerliche Prag und daheim wollte wir gemeinsam kochen. Ich muss das Konzept irgendwann noch mal deutlich machen. Jeder hat seins gekocht, keiner hat so richtig zusammen gegessen, es war unbefriedigend. Da Brittany am Samstag abreist, werde ich Donnerstag Abend noch mal für alle was zu Essen machen, ich weiß nur noch nicht was. Aber so richtig mit allem Drum und Dran. Das wird bestimmt schön und lecker.

Freitag, 30. August 2013

Intelligenz

Ich bin intelligent. Zumindest laut meiner Mitbewohnerin Dasha, die gestern Abend bereit war, ein wenig mit uns zu plaudern und offensichtlich, mit meiner allgemeinen Einstellung vereinbar, eine ziemlich schlechte Meinung von Amerikanern hat. Aber, die beiden, die mit uns wohnen konnte sie als intelligente Wesen akzeptieren, so wie auch mich. Da sie das immer wieder betonte, kam ich mir gleich ein bisschen blöd vor, denn wenn einem von oben herab jemand 5 mal sagt, "ich denke du bist intelligent" oder "du bist ja ein intelligenter Mensch, mit dir kann man sich unterhalten", dann frage ich mich doch zunächst, was sie mit unintelligenten Menschen macht - sagt sie denen einfach, sie sind Menschen zweiter Klasse und ihrer Gegenwart nicht würdig; und man fragt sich auch, wo sie die anmaßende Kritikbefähigung und ach so vorurteilbehaftete Objektivität gegenüber der menschlichen Rasse hernimmt.

Einzuschätzen ist sie vermutlich als liberale Marktwirtschaftlerin mit einem Sinn für Selbstdarstellung, nicht unbedingt ihrer selbst, aber aller anderen Dinge, guter Vermarktung und Produktplatzierung für die allgemeine Bevölkerung mit einem IQ unter 100 und dem natürlichen Ausnutzen derer, die nicht intelligent genug sind, auf die Verführungen des Konsums vernünftig zu reagieren. Nun mag sie das alles auch für furchtbar egoistisch, abartig und unmenschlich halten, erkennt aber für sich, dass man das Spiel spielen muss, um heutzutage mitmischen zu können und hat die Hoffnung auf eine bessere Welt schon lange aufgegeben. Ein weiterer interessanter Punkt: Sie meint, in einigen Jahrhunderten werden wir den Sinn des Lebens endlich gefunden haben und feststellen, dass wir nur hier sind, um zu reproduzieren, eine mehr oder weniger elende Existenz zu durchlaufen und zu sterben.

Nun zu mir. Ich bin generell eher Zuhörer und habe interessiert gelauscht, mir ins Fäustchen gelacht und mich über meinen chistlichen Glauben und die damit verbundene Hoffnung, zunächst auf ein zufriedeneres Leben hier auf Erden und dann natürlich auch einen wesentlich besseren Sinn des Lebens hier und später bei Gott gefreut. Denn ehrlich mal: Die Welt wird keiner verändern, dazu ist sie zu verdreht und echt "fucked up". Das, was ich versucht habe meiner Mitbewohnerin zu vermitteln ist, dass man Hoffnung nicht aufgeben darf und die kleinen Dinge im Leben meist mehr zählen, als die großen. Einigen wenigen zu helfen ist besser, als das System zum Ausbeuten zu benutzen. Sich an einer Stadt wie Prag und ihrer reichen Schönheit zu freuen ist besser, als am Elend der Welt zu verzweifeln, obwohl man das nicht außer Acht lassen sollte, schließlich kann man nicht nur in seiner eigenen kleinen, bequemen Blase leben, wie die stereotypisierten Amerikaner. Den Gesprächen mit meinen Mitbewohnern zufolge, gibt es die leider wirklich überall und en masse, und alle Vorurteile sind leider vorurteilsfrei korrekt, also Fakt.

Ein anderer interessanter Punkt zur Intelligenz ist deren Korrelation zum Reichtum. Wir glauben festgestellt zu haben, dass Menschen mit wirklicher Intelligenz vermutlich zu intelligent sind, um ungeachtet ihres Nächsten Reichtümer zu akkumulieren und somit eher im mittleren Reichtum verbleiben. Natürlich gehört zu so einer Milchmädchenrechnung noch viel mehr außer Intelligenz (Charakter, Ambitionen, Umstände), es ist ja auch nur eine von mir ganz sicher nicht belegbare Theorie, aber mir scheint, die Menschen, die das große Geld mit ausgefahrenen Ellenbogen verdienen, müssen nicht unbedingt die intelligentesten sein, nur die ambitioniertesten und raffgierigsten, Eigenschaften, die vielleicht nichts mit dem IQ einer Person zu tun haben, aber sicher mit emotionaler und sozialer Intelligenz und der allgemeinen Einstellung zum Leben und dem eigenen Wohlbefinden.

Nun, diese Argumentation war interessant, wenn auch ein wenig aus der Luft gegriffen. Ich werde sie sicher bald wieder vergessen haben. Bis dahin lese ich ein von ihr empfohlenes Buch zu meiner Horizonterweiterung. Was über Konsum, Wirtschaft und Psychologie, das mir sicher wieder einmal zeigt, wie verdorben und hinterhältig die Welt doch sein kann. Freude, Freude über Freude, denn zum Glück ist da noch Christus und der wehrt allem Leide.

Mittwoch, 28. August 2013

Syrische Wochen

So langsam wirds knapp. Ich versuche schon seit einer Weile einem syrischen Bekannten zu helfen, seinen Bruder als Student ins Land zu holen, aber keine der Institutionen scheint erreichbar. Ich telefoniere schon den ganzen Morgen gegen die Wand und hoffe auf baldigen Erfolg, denn so ein Visum zu erstellen brauch ja auch seine Zeit in der deutschen Bürokratie. Wenn doch nur ein Engel vom Himmel geflogen käme und mir einen verantwortungsbewussten, gut situierten Deutschen vor die Füße legen könnte, der gern für einen syrischen Fast-Erwachsenen Scheinfinanzierer sein möchte.

Dienstag, 27. August 2013

Die Sonnen schwinden

Nicht nur im Sinne der Tagesläufe, die unaufhaltsam an mir vorüberziehen, auch die Sonne an sich ist weniger geworden. Da hatte ich zu Anfang schon erwogen keine Jacken einzupacken, hab aber auf die kleine quengelnde Stimme in meinem Kopf gehört (du weißt schon, dass ich dich meine) und bin froh und gesund geblieben. Kurzum: Es ist kalt. Ich hab schon vor einer Weile mein Laken mit einer Decke ausgestopft und mein Fenster halb geschlossen, jetzt muss ich auch noch wärmer duschen, um beim abtrocknen nicht gleich anzufrieren.

Um meiner Erinnerung Willen sollte ich schreiben, was ich auf Arbeit gemacht habe: Der Artikel ist abgegeben, ich habe noch ein Zitat eingefügt und ihn auf Ratschläge meiner Chefin hin überarbeitet. Sie scheint, nun, zufrieden ist ein zu starkes, emotionales Wort, also vielleicht eher "hmä". Ja, das trifft es sehr gut. Ich hab keine Ahnung, ob der Artikel gut oder schlecht ist, ich hab schon wieder vergessen, was drinstand.
Nun folgt Langeweile auf Langeweile. Ein Highlight war das Treffen mit Vaters tschechischer Kollegin, da konnte ich gleich zweimal lange Mittagspause machen, weil wir uns das erste Mal nicht erkannt hatten und sie beim zweiten Mal ne halbe Stunde zu spät kam. Für mich bedeutete das Powerwalking durch die City und vor allem durch die Touristen. Touristen sind schrecklich, unberechenbar, bleiben stehen, laufen plötzlich direkt vor die über die ganze Straße, aber so langsam als nur menschenmöglich, um in irgendeinem Spittelladen mit vielen glänzenden und blinkenden Dingen ein scheußliches Souvenir für die, wenn man das Mitbringsel bedenkt, vielleicht nicht ganz so Lieben daheim auszusuchen. Wer auf einem blauen Skihang schon mal schnell durch wollte, kann verstehen, was ich meine.

Ich habe mich mit den Kollegen im Nachbarbüro bekannt gemacht. Dort sitzt unter anderem die Abteilung für Theaterforschung und da zur Geschichte auch viel Österreich und Deutschland dazugehört, wurde zu Beginn des Jahres eine Enzyklopadie zur böhmischen Theaterkooperation im 19. Jahrhundert rausgegeben. Dazu gibt es natürlich auch eine Internetseite und ich wurde zum Korrekturlesen angestellt. Leider wurde das ganze von einem oder auch mehreren Österreichern übersetzt und ich habe die glorreiche Aufgabe, das ins Deutsche zu übersetzen. Wer hat schon mal den Satz - Der Autor schrieb zehnter Stücke. - gehört und ein angemessenes deutsches Gegenstück gefunden? Wie viel ist zehnter eigentlich, das ist sowas wie hunderte, nur im zehner-Bereich, aber liegt es eher unter, oder über 50 oder sind es eigentlich nur 20, und zehnter lässt es einfach ein bisschen mehr klingen. Üsch wees es nüsch.

So weit, so gut. Morgen darf ich vielleicht endlich wieder mit Arbeiten anfangen, wenn mein Kollege ordentlich zugearbeitet hat. Dann gehts los mit Leute anrufen und Informationen rausquetschen. Ich weiß nur leider immer noch nicht zu welchem Thema.

Montag, 19. August 2013

Artikel fetisch

Was für ein Wochenende. Ich bin fertig. Jetzt verstehe ich, warum in der klassischen Kunst der Montag immer so beschimpft wird. Der Artikel ist durch, ich hab ja auch nur ein wenig daran gezweifelt, leider hing es aber gewaltig an meiner Trinkfestigkeit. Die einzige Frage die sich mir jetzt stellt, ist, ob ich dran arbeiten, also üben, oder meine Gewohnheiten umstellen sollte. Zweiteres ist meinem Hirn zuträglicher, und der Nahrungszufuhr in meinen Magen ebenfalls.Dazu kommen Schlafmangel, bad-hair-day und Regen, der Klischeemontag wird fast schon übertroffen. Ich nehme an, einem Drittel der Menschheit geht es heute genauso wie mir, da steht Selbstmitleid ganz außer Frage und Mitgefühl und Verbundenheit rücken in den Fokus. Es gibt schließlich immer jemanden da draußen, dem es schlechter geht als dir.

Wer glaubt, ich schreibe gleich wieder einen Artikel, nur weil das Wort fetisch im Titel auftaucht der hat weit gefehlt. Man bemerke die Kleinschreibung und komme von selbst darauf, dass dem Wort fertig einige Verschandelung zugefügt wurde, auch ob meines erzgebirgischen Dialekthintergrundes. Weiter weiß ich heute nicht mehr. Ich habe schon zu viel Zeit am falschen Keyboard verbracht und bin in meiner Suche nach dem angenehmeren Fingerzeitvertreib auf öffentliche, auf Plätzen installierte open-air Klaviere gestoßen. Da lohnt es sich auf jeden Fall, einen Blick drauf zu werfen.

Ach ja, heute bin ich umgezogen. Ich habe meinen schönen Arbeitsplatz, gegenüber der Chefin aufgeben müssen und bin nun stolze Besitzerin eines himmelblau lackierten Sekretärs in einem Büro mit zwei anderen netten Damen. Vielleicht freunden wir uns morgen an, die eine ist schon vorm Mittag verschwunden. Meinen Luxus-PC hab ich allerdings zurücklassen müssen und schaue zum ersten Mal seit 4 Jahren auf eine Windows XP Oberfläche. So weit, so gut. Schon allein weil Paraworld auf den neueren Jahrgängen nicht mehr läuft, wäre ich ja ganz begeistert, aber da alles auf tschechisch ist, hatte ich mich in meinem gewohnten Betriebssystem ohne weitere Probleme zurechtgefunden. Jetzt dauert manches einfach länger oder verlangt nach Übersetzung, wofür ich zugegebenermaßen genug Zeit, aber keine Motivation habe. Außerdem muss ich mir ein Mauspad besorgen. Ich hab auch kein Telefon mehr. Die Liste mit allen Kontakten im Institut ist weg. Keine Stifte, keine Zettel, es ist fast so, als wäre ich neu hier und müsste meinen eigenen Schreibtisch ausstatten.