In diesem Blog werden alle meine Erlebnisse, außerdeutschen Entführungen in die Kultur des russischen Wodkas, Kleidungsstils, der Musik, Kunst und natürlich des Lernens, was zu Recht an aller letzter Stelle genannt wird, niedergeschrieben und katalogisiert. Angefügt und schlecht verfugt, mein Kurzaufenthalt in Prag, Tücken, Entzücken und eine völlige Abwesenheit von Mücken, hm, ich muss mich erst einschreiben.
Donnerstag, 17. Februar 2011
Home, Sweet Home
Ich bin daheim. Vaters Geburtstag war schön und er hat sich über seine Wodkagläser gefreut. In Deutschland ist der Frühling ausgebrochen, während wir in Russland mit 18° und reichlich Schnee zu kämpfen haben. Übermorgen beginnt der Winterurlaub und ich werde mich erst ein mal von der Bloggerlandschaft zurückziehen.
Donnerstag, 10. Februar 2011
Endlich Urlaub
Mein Pass ist zu mir zurückgekehrt mit Visum und neuer Registrationskarte. Mein Heim bleibt mein Heim und bis jetzt blieb meine Wohnung auch exklusiv nur meine Wohnung. Auch wegen der Aussicht auf Kontakt mit Menschen freue ich mich auf zu Hause. Ich werde ein paar Zwischenstopps einlegen, ein Road Trip sozusagen, und in Berlin einen Kaffee trinken und in Dresden Freunde besuchen, dann unser 51-jähriges Hausbaujubiläum schmeißen und mir zu guter Letzt die schöne, italienische Sonne auf die Skibrille scheinen lassen, bevor ich mich völlig der Universität hingebe. Dann hoffe ich auch, neue Mitbewohner zu haben, denn ohne ist Mist, aber sauberer. Ruhig wird es ja sowieso nie, unsere Nachbarn kümmern sich immer rührend um eine angemessene Geräuschkulisse auch nach Milans Abreise. Einer "improvisert" auf seiner Klarinette, der andere auf dem Saxophon. Aber immerhin kann man nur die Gitarre und das vermutlich selbst gebastelte Schlagzeug zu den unmöglichsten Morgenstunden hören.
Das Schlimmste derzeit ist das Wetter. Eine Mischung aus viel Wasser am Tag und über Nacht wieder Nachschub zum Schmelzen. Ich habe mir leider nicht, wie 30% der Bevölkerung Gummistiefel gekauft und muss mich mit nassen Füßen anfreunden. Man sieht jetzt auch häufig Menschen mit Masken vor Mund und Nase. Sogar eine unserer reizenden Rezeptionistinnen hat dieses stylische Accessoire ihrer Gaderobe hinzugefügt. Vielleicht bringe ich eine Kostprobe der russischen Grippe mit nach Hause.
Gestern bin ich mit dem Trolleybus zur Uni gefahren, um wieder einmal für mein Wohnheim zu zahlen. Ich war eine halbe Stunde zu spät da, aber durfte immer noch bezahlen. Man weiß eben nie, woran man in diesem Land gerade ist. An einer der Haltestellen stiegen zwei alte Frauen ein und fingen, sobald sie sich gesetzt hatten, an darüber zu keifen, dass sie schon eine ganze Stunde auf diesen Trolleybus warteten. Es wäre so kalt gewesen und man kann doch Rentner nicht in der Kälte auf den Bus warten lassen. Wichtig ist auch zu wissen, dass es keine festen Busfahrzeiten gibt. Das allgemeine deutsche Vorurteil, was nicht unbedingt ein Vorurteil ist, dass Rentner immer viel zu früh zur Haltestelle gehen, kann hier also nicht angewendet werden. Die beiden betagten Damen wollten aber per du nicht still sein. Ich frage mich immer, warum man die armen, schwer arbeitenden Kontrolleure nicht einfach in Ruhe lassen kann, sie können an der Gesamtsituation doch sowieso nichts ändern. Außerdem hatte der Bus zu weit ab vom Bürgersteig gehalten und sie mussten durch die großen Pfützen steigen, bevor sie den Bus erreichen konnten, das sollte bitte dem Fahrer gemeldet werden. Binnen kurzer Zeit waren alle ringsum sitzenden Passagiere in den kleinen Streit verwickelt und ich musste mir das Lachen verkneifen, sonst wäre ich vielleicht noch mit dem Regenschirm verhauen worden.
Das Schlimmste derzeit ist das Wetter. Eine Mischung aus viel Wasser am Tag und über Nacht wieder Nachschub zum Schmelzen. Ich habe mir leider nicht, wie 30% der Bevölkerung Gummistiefel gekauft und muss mich mit nassen Füßen anfreunden. Man sieht jetzt auch häufig Menschen mit Masken vor Mund und Nase. Sogar eine unserer reizenden Rezeptionistinnen hat dieses stylische Accessoire ihrer Gaderobe hinzugefügt. Vielleicht bringe ich eine Kostprobe der russischen Grippe mit nach Hause.
Gestern bin ich mit dem Trolleybus zur Uni gefahren, um wieder einmal für mein Wohnheim zu zahlen. Ich war eine halbe Stunde zu spät da, aber durfte immer noch bezahlen. Man weiß eben nie, woran man in diesem Land gerade ist. An einer der Haltestellen stiegen zwei alte Frauen ein und fingen, sobald sie sich gesetzt hatten, an darüber zu keifen, dass sie schon eine ganze Stunde auf diesen Trolleybus warteten. Es wäre so kalt gewesen und man kann doch Rentner nicht in der Kälte auf den Bus warten lassen. Wichtig ist auch zu wissen, dass es keine festen Busfahrzeiten gibt. Das allgemeine deutsche Vorurteil, was nicht unbedingt ein Vorurteil ist, dass Rentner immer viel zu früh zur Haltestelle gehen, kann hier also nicht angewendet werden. Die beiden betagten Damen wollten aber per du nicht still sein. Ich frage mich immer, warum man die armen, schwer arbeitenden Kontrolleure nicht einfach in Ruhe lassen kann, sie können an der Gesamtsituation doch sowieso nichts ändern. Außerdem hatte der Bus zu weit ab vom Bürgersteig gehalten und sie mussten durch die großen Pfützen steigen, bevor sie den Bus erreichen konnten, das sollte bitte dem Fahrer gemeldet werden. Binnen kurzer Zeit waren alle ringsum sitzenden Passagiere in den kleinen Streit verwickelt und ich musste mir das Lachen verkneifen, sonst wäre ich vielleicht noch mit dem Regenschirm verhauen worden.
Montag, 7. Februar 2011
Kurznachricht
Ich bin wieder obdachvoll. Heute habe ich bis Ende März bezahlen dürfen, das heißt, alles ist wieder schön und fein. Ich komm heim, wenn/falls ich am Donnerstag mein Visum und meinen Pass kriege.
Dienstag, 1. Februar 2011
Im Osten nichts Neues
Noch wohne ich in meinem Zimmer. Ich bin auch sehr bedacht darauf, hier zu bleiben. Es ist aber alles nicht so einfach. Derzeit habe ich Aufschub bis zum 7. Februar und bis dahin auch schon bezahlt, aber ich hätte gern eine feste Schlafstätte bis Ende Juni. Das muss in den nächsten 10 Tagen funktionieren, sonst kann ich nicht heim fahren und das wäre wirklich Schade.
Letztes Wochenende habe ich 3 Freunde verabschiedet und damit ist auch Giulia, die letzte meiner drei Mitbewohnerinnen ausgezogen. Sie ist aber noch in Petersburg und ich werde sie, wenn alles gut geht in Estland besuchen fahren, im nächsten Semester. Mit Cornelia bin ich noch ein mal ins Michailovksy Theater gegangen; wir haben uns Spartakus, ein Ballett, angesehen. Es war atemberaubend, die Ohren haben gezittert, die Augen getränt, die Beine wollten mittanzen. Die Musik war von Aram Chatschaturjan, einem der meiner Meinung nach besten armenischen Komponisten, die ich bis jetzt gehört habe. Es war schnell, stark, sehr gut ausgeführt und spannend, obwohl ich in der 2. Hälfte fast eingeschlafen bin, aber allein das Hinschauen hat schon so viel Energie gekostet. Die Pas de deux bestanden eigentlich nur aus Hebungen und Artistikeinlagen, die Musik war klassisch und doch besaß sie viele kleine moderne Einflüsse, die sie um so interessanter gemacht haben. Ich empfehle es weiter!
Am Wochenende hatten wir für zwei Tage nur noch Strom an der einen Seite der Küche. So haben wir unsere Abende also in trauter Gemeinsamkeit in unserer ach so gemütlichen Küche verbracht. Zum Glück haben sie am Montag einen Mann gefunden, der die Sicherung wieder reindrücken konnte.
Wir haben außerdem auch unsere neuen Möbel bekommen: ein Nachttischschränkchen und für jeden einen neuen Tisch. Das zweite Semester wird also ausrüstungstechnisch besser beginnen als das letzte mit nur einem unbequemen Schreibtisch für zwei.
Letztes Wochenende habe ich 3 Freunde verabschiedet und damit ist auch Giulia, die letzte meiner drei Mitbewohnerinnen ausgezogen. Sie ist aber noch in Petersburg und ich werde sie, wenn alles gut geht in Estland besuchen fahren, im nächsten Semester. Mit Cornelia bin ich noch ein mal ins Michailovksy Theater gegangen; wir haben uns Spartakus, ein Ballett, angesehen. Es war atemberaubend, die Ohren haben gezittert, die Augen getränt, die Beine wollten mittanzen. Die Musik war von Aram Chatschaturjan, einem der meiner Meinung nach besten armenischen Komponisten, die ich bis jetzt gehört habe. Es war schnell, stark, sehr gut ausgeführt und spannend, obwohl ich in der 2. Hälfte fast eingeschlafen bin, aber allein das Hinschauen hat schon so viel Energie gekostet. Die Pas de deux bestanden eigentlich nur aus Hebungen und Artistikeinlagen, die Musik war klassisch und doch besaß sie viele kleine moderne Einflüsse, die sie um so interessanter gemacht haben. Ich empfehle es weiter!
Am Wochenende hatten wir für zwei Tage nur noch Strom an der einen Seite der Küche. So haben wir unsere Abende also in trauter Gemeinsamkeit in unserer ach so gemütlichen Küche verbracht. Zum Glück haben sie am Montag einen Mann gefunden, der die Sicherung wieder reindrücken konnte.
Wir haben außerdem auch unsere neuen Möbel bekommen: ein Nachttischschränkchen und für jeden einen neuen Tisch. Das zweite Semester wird also ausrüstungstechnisch besser beginnen als das letzte mit nur einem unbequemen Schreibtisch für zwei.
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