Nicht nur das Jahr, auch meine derzeitige WG Zusammensetzung neigt sich dem Ende zu. Vera haben wir heute morgen verabschiedet, aber wir sehen uns ja wieder. Einige aus unserem Studium sind auch schon nach Hause gefahren und kommen nicht noch mal zurück. Wir sind derweil mit den letzten Prüfungen beschäftigt, lesen die letzten wichtigen Informationen und diskutieren die letzten Ungereimtheiten aus, na gut, die vor-vorletzten. Morgen bin ich zum letzten mal in diesem Semester an der Uni, nein das stimmt nicht ganz, ich hab ja im Januar noch Prüfungen, aber es passt so gut in den Text. Diese Woche werde ich zum letzten mal auf Anjas Gitarre spielen und das letzten Mal mit Kasia zur Uni fahren, ...
Und im Februar gibt es dann wieder viele erste Male, dazu komme ich aber besser später zurück.
Die Prüfungen langweilen mich schrecklich und ich traue mich gar nicht mehr zu lernen, weil man sich letztendlich ärgert so viel Zeit verschwendet zu haben. Meine 5 heute habe ich mir wieder mit einem Bruchteil meines aktiven Hirns "verdient", aber man konnte letztlich schon einige allgemeinbildende Fakten mit ins nächste Leben nehmen.
Gestern war der Weihnachtsmann da. Er brachte mir ein Opernglas mit Griff, weiß-gold, der letzte Schrei! Ich werde mich absofort wohl etwas besser fürs Theater anziehen müssen, um zu meinem Binokl zu passen. Es war ein sehr schöner, letzter Adventsabend, mit vielen kleinen Überraschungen und leckerer Pasta. Auch Pelmenisuppe ist jedem nur zu empfehlen. Mangels Baum haben wir eine Kerze in Baumform gekauft und Letztere angezündet (liebe Kinder, versucht das nicht zuhause mit dem Echten). In letzter Zeit freue ich mich auf Licht, Familie und Klavier spielen, nach monatelanger Abstinenz, und bin guter Dinge, dass ich das letzte Geschenk morgen finden werde.
Kasia ist übrigens die Letzte, die nach Hause fährt, erst am 24. mit dem letztmöglichen Flieger. :))
In diesem Blog werden alle meine Erlebnisse, außerdeutschen Entführungen in die Kultur des russischen Wodkas, Kleidungsstils, der Musik, Kunst und natürlich des Lernens, was zu Recht an aller letzter Stelle genannt wird, niedergeschrieben und katalogisiert. Angefügt und schlecht verfugt, mein Kurzaufenthalt in Prag, Tücken, Entzücken und eine völlige Abwesenheit von Mücken, hm, ich muss mich erst einschreiben.
Montag, 20. Dezember 2010
Samstag, 18. Dezember 2010
Weihnachtswochenende
Liebes Tagebuch,
morgen ist bei uns Weihnachten mit Spaghetti und Pelmenisuppe - Geschenke gibts auch. Unsere Decken sind wieder trocken, ich hoffe, dass sie das auch im Januar und Februar noch sind; ich hab jetzt ein tolles Foto, auf dem ich eine Tapete melke. Das Wochenende bestand bis jetzt aus Lernen und Lesen, ich war mit Vera noch mal Pelmeni und mit Kasia Blini essen, habe ein Kissen bestickt und meine Weihnachtsgeschenksammlung komplettiert. Ich bin also aufs nach Hause fahren vorbereitet, nur scheint es mir, zu Hause ist für mich nicht bereit. Berichten zu Folge halten Schneechaos und Benzinknappheit die Bevölkerung des gemütlichen Erzgebirgslandes in Angst und Schrecken und am Frankfurter Flughafen geht nix, ein Glück, dass ich in Berlin lande. Hoffentlich ist wenigstens die Deutsche Bahn so zuverlässig wie immer, dann kriege ich auch mit einer Stunde Flugverspätung noch meinen Anschlusszug in Berlin.
Es ist kalt, aber noch nicht so sehr, wie im Januar und Februar. Die minus 20 unterschreiten wir noch nicht. Trotz alle dem, jeder der im Winter hier her fährt, nehme sich eine sehr dicke Jacke und eine richtig gute Mütze mit. Die Schuhe sollten gefüttert, eissicher, salzabweisend und hoch sein und natürlich dem russischen Chick entsprechen (Wanderschuhe sind verpönt, Frauen ohne Absätze werden immer schief angeschaut). Ich freu mich nur einfach schon auf den Sommer, wenn die Sonne am Mittag mehr als einen halben Meter über dem Horizont schwebt und das Anziehen und Schuhe Putzen nicht in die morgendliche Zeitplanung mit eingerechnet werden muss.
Zum Miete zahlen mussten wir in diesem Monat an den Hauptcampus fahren, weil die Kasse unseres Vertrauens geschlossen hatte. Man kann den Tag in ferner Zukunft nur erahnen, an dem die Russen ein Bankeinzugssystem für Wohnheimmiete entwerfen werden. Nicht ein mal in der Bank kann man das überweisen, nur persönlich und in bar an speziellen Schaltern der Universität. Ich glaube im nächsten Semester sollte ich versuchen, gleich für die ganze Zeit Geld aufzutreiben und alle 5 Monate auf einmal zu bezahlen, dann bleibt einem die Rennerei zu Monatsbeginn erspart. Nun gut, es ist nicht mehr Monatsbeginn, aber bis man Zeit hat, an die richtige Uni zu fahren und den Betrag zu begleichen, dauert es eben ein wenig. Unsere Fakultät befindet sich ja in einer anderen Ecke der Stadt. Und dann muss man auch noch die Öffnungszeiten abpassen, nicht in der Mittagspause (1h), nicht in der technischen Pause (1h), sicher nicht gleich am Morgen, denn die kommen immer eine halbe Stunde zu spät und schließen natürlich auch dementsprechend eine halbe Stunde eher. Die Kasse in unserer Nähe hat seit dem 1. Dez. bis zum heutigen Tage geschlossen. Aber man darf das nicht so eng sehen. Alles geht seinen Gang, in der Zeit, die es brauchen soll.
Donnerstag, 16. Dezember 2010
Fortsetzung
Wir haben über den Tag ungefähr 2,5 Liter Wasser aus unserer Deckentapete gezapft und sind guter Hoffnung, dass sie bis morgen früh trocknet. Das Wasser kommt tatsächlich vom Dach, geschmolzener Schnee, der eigentlich in jedem Jahr ins oberste Stockwerk läuft. Bei uns war allerdings noch ein Spezialist und meinte mit Expertenblick: Das kommt nicht von oben. Öh, nun gut, dann haben wir eben einen Eimer Wasser über unsere Tapeten gegossen? Ich bin gespannt, wo uns diese Reise noch hinführen wird.
Ich habe heute 2 Prüfungen bestanden. Es ist wirklich nicht all zu schwer, hier zu studieren. Man muss sich nur ein wenig anstrengen und jeden Morgen aus dem Haus gehen, der Rest erledigt sich wie ganz von allein. Nichts desto trotz habe ich übers WE noch reichlich zu tun, es wird sicherlich nicht langweilig von einer Abschiedsparty zur nächsten zu jetten. Holla die Waldfee.
Ich habe heute 2 Prüfungen bestanden. Es ist wirklich nicht all zu schwer, hier zu studieren. Man muss sich nur ein wenig anstrengen und jeden Morgen aus dem Haus gehen, der Rest erledigt sich wie ganz von allein. Nichts desto trotz habe ich übers WE noch reichlich zu tun, es wird sicherlich nicht langweilig von einer Abschiedsparty zur nächsten zu jetten. Holla die Waldfee.
Mittwoch, 15. Dezember 2010
Die haben einen Schaden
Da hatte ich nun so damit geprahlt, dass wir in der obersten (12.) Etage vom Hochwasser und den Stürmen auf dem finnischen Meeresbusen nicht betroffen wären. Voriges Wochenende gab es über uns ein paar Bauarbeiten. Wir hatten schon gescherzt, dass in den Nachrichten bald von 4 verschütteten Ausländerinnen im Wohnheim zu lesen sei, denn es klang sehr bedrohlich. Gestern Abend sitzen wir in der Küche und Vera sieht neben der Wohnungstür schöne große Wasserstreifen. Ich geh runter, berichte der Kommandantin (ja, so nennt sie sich wirklich!). Sie schickt nach einiger Zeit den Wächter, der sich unsere vermeindlich übertriebenen Ängste anschauen soll, in dieser Ecke liegt auch die Klingel und die Verbindungen zum Sicherungskasten. Es läuft von oben in unsere Wohnung. Bald tropft es aus dem Türrahmen, aber was soll man schon machen, Bauarbeiter können erst morgen wieder kommen. Wie legen uns schlafen, hoffen, nicht zu ertrinken oder wegen eines Kurzschlusses in Flammen zu sterben, mut grausiger Erwartung des Morgens.
Heute ist unser Lang-Schlaf-Tag, doch ich wundere mich schon die ganze Zeit im Bett, was denn immer so klopfende Geräusche macht. Das waren natürlich auch die Kommandantin und der Wächter, die sich den Schaden noch mal angesehen und schon einmal Pläne geschmiedet haben, wie sie uns die Renovierungsarbeiten anhängen können. Das soll wohl auch schon in anderen Wohnungen passiert sein. Heute morgen also tropft es auch von unserer Zimmerdecke; in der ganzen Breite des Zimmers zieht sich eine nasse Spur und beginnt die Wand hinunterzulaufen. Gerade eben haben wir festgestellt, dass auch aus einer der Steckdosen Wasser gelaufen kommt. Grund zur Besorgnis? - Sicherlich nicht von unten. Da sind ja noch 11 Etagen dazwischen, bis das Wasser angekommen ist. Es scheint aber so, als ob über uns gewerkelt würde, also ist zu hoffen, dass alle Geschenke wohlbehalten daheim ankommen, in einem trockenen Koffer, mit Besitzer. Man traut sich schon gar nicht mehr, das Licht anzuschalten.
Heute ist unser Lang-Schlaf-Tag, doch ich wundere mich schon die ganze Zeit im Bett, was denn immer so klopfende Geräusche macht. Das waren natürlich auch die Kommandantin und der Wächter, die sich den Schaden noch mal angesehen und schon einmal Pläne geschmiedet haben, wie sie uns die Renovierungsarbeiten anhängen können. Das soll wohl auch schon in anderen Wohnungen passiert sein. Heute morgen also tropft es auch von unserer Zimmerdecke; in der ganzen Breite des Zimmers zieht sich eine nasse Spur und beginnt die Wand hinunterzulaufen. Gerade eben haben wir festgestellt, dass auch aus einer der Steckdosen Wasser gelaufen kommt. Grund zur Besorgnis? - Sicherlich nicht von unten. Da sind ja noch 11 Etagen dazwischen, bis das Wasser angekommen ist. Es scheint aber so, als ob über uns gewerkelt würde, also ist zu hoffen, dass alle Geschenke wohlbehalten daheim ankommen, in einem trockenen Koffer, mit Besitzer. Man traut sich schon gar nicht mehr, das Licht anzuschalten.
Donnerstag, 9. Dezember 2010
Nur noch 6 mal aufwachen, ...
dann schreib ich meine ersten beiden Prüfungen. Nur noch 14 mal aufwachen und ich habe alle Prüfungen geschrieben. Das kann einem schon ein wenig Druck machen, vor allem, weil ich noch kein bisschen gelernt habe. Die Prüfungen sind aber auch nicht besonders schwer und nicht sehr umfangreich, ich habe also gute Hoffnung.
Der Buchvortrag lief sehr gut. Ich weiß jetzt, dass Russland zwar sehr negativ gesehen werden kann, dass man aber auch nicht so schwarz-weiß denken darf und die viele Graustufen im russischen politischen System ja eigentlich positiv zu nehmen sind und alles noch besser werden wird. Das gehört halt zur demokratischen Entwicklung dazu. Ich bin mir nicht sicher, ob die 250 Mio Bestechungsgelder an russische Gerichte pro Jahr so demokratisch sind, wobei man bedenken muss, dass der Staat selbst ja nicht besticht, sondern einfach nur einen neuen Richter einsetzt, der dann die "richtige" Entscheidung trifft. Wie auch immer, wer weiß, wie viel Geld in Deutschland so fließt.
Aber nicht resignieren, lieber Weihnachtsgeschenke einkaufen gehen und die russische Wirtschaft ankurbeln, auf dass Abramovich seinen Verlust (von 80 Mrd auf nur noch 34Mrd oder so) wieder gut machen kann. Ich will ja nicht, dass russischen Oligarchen die Fußbälle augehen.
Letzte Woche habe ich noch ein wenig Kulturprogramm abgearbeitet. Wir waren in der Jüdin und in Maskenball, zwei sehr schöne Opern, wobei ich die Jüdin eher weiterempfehlen würde.
Ich freu mich schon auf den Heimaturlaub und hoffe, dass alle zu Hause auf die 3 stündige Bilderpräsentation vorbereitet sind. Nein, natürlich werden ich versuchen mich auf 10 Minuten zu beschränken. Wer noch Wünsche hat, melde sich bitte schnellstmöglich bei mir.
Der Buchvortrag lief sehr gut. Ich weiß jetzt, dass Russland zwar sehr negativ gesehen werden kann, dass man aber auch nicht so schwarz-weiß denken darf und die viele Graustufen im russischen politischen System ja eigentlich positiv zu nehmen sind und alles noch besser werden wird. Das gehört halt zur demokratischen Entwicklung dazu. Ich bin mir nicht sicher, ob die 250 Mio Bestechungsgelder an russische Gerichte pro Jahr so demokratisch sind, wobei man bedenken muss, dass der Staat selbst ja nicht besticht, sondern einfach nur einen neuen Richter einsetzt, der dann die "richtige" Entscheidung trifft. Wie auch immer, wer weiß, wie viel Geld in Deutschland so fließt.
Aber nicht resignieren, lieber Weihnachtsgeschenke einkaufen gehen und die russische Wirtschaft ankurbeln, auf dass Abramovich seinen Verlust (von 80 Mrd auf nur noch 34Mrd oder so) wieder gut machen kann. Ich will ja nicht, dass russischen Oligarchen die Fußbälle augehen.
Letzte Woche habe ich noch ein wenig Kulturprogramm abgearbeitet. Wir waren in der Jüdin und in Maskenball, zwei sehr schöne Opern, wobei ich die Jüdin eher weiterempfehlen würde.
Ich freu mich schon auf den Heimaturlaub und hoffe, dass alle zu Hause auf die 3 stündige Bilderpräsentation vorbereitet sind. Nein, natürlich werden ich versuchen mich auf 10 Minuten zu beschränken. Wer noch Wünsche hat, melde sich bitte schnellstmöglich bei mir.
Donnerstag, 2. Dezember 2010
ArbeitsWE
Was soll ich machen, ich kann ja nicht ständig nur von den Hausaufgaben davon laufen und mich in irgendeinem Theater oder Museum verkriechen. Vera und Kasia sind in Moskau, einen Blick auf Lenin werfen und ich schreibe an meinem Buchvortrag, d.h. ich lese und schreibe eine kurze, leichtere Zusammenfassung für meinen russischen Seminarpartner, zum Glück auf deutsch. Das Buch ist langweilig und meiner Meinung nach schlecht strukturiert und so gar nicht für einen Vortrag geeignet. So wie der Autor von den 90ern in die Gegenwart und vom Sport zur Wirtschaft zum FSB und wieder zurück zu Jelzin springt, kann man ihm nicht so recht folgen. Natürlich verstehe ich, dass das hier in Russland alles miteinander zu tun hat :)
Der Essay über Medien- und Öffentlichkeitsdiplomatie muss auch fertig werden. Was für ein Zufall, dass ich ein ganzes Wochenende für mich allein habe und Geld sparen will, für meine vielen Flüge, die ich in nächster Zeit buchen muss.
Die Heizung ist früh morgens warm, nur die Raum- und die Innerbetttemperatur unterscheiden sich so gravierend, dass es einem vorkommt wie im Gulag in der Baracke, was es zu meinem Glück natürlich nicht ist. Der Schnee fällt, die Temperatur sinkt, bald können wir auf dem Busen Schlittschuh laufen.
Ach ja, ich hab heute morgen mein erstes Türchen aufmachen dürfen. Es ist ja für jeden nur aller 4 Tage was drin. Ich habe mich sehr gefreut. Danke Kasia!
Der Essay über Medien- und Öffentlichkeitsdiplomatie muss auch fertig werden. Was für ein Zufall, dass ich ein ganzes Wochenende für mich allein habe und Geld sparen will, für meine vielen Flüge, die ich in nächster Zeit buchen muss.
Die Heizung ist früh morgens warm, nur die Raum- und die Innerbetttemperatur unterscheiden sich so gravierend, dass es einem vorkommt wie im Gulag in der Baracke, was es zu meinem Glück natürlich nicht ist. Der Schnee fällt, die Temperatur sinkt, bald können wir auf dem Busen Schlittschuh laufen.
Ach ja, ich hab heute morgen mein erstes Türchen aufmachen dürfen. Es ist ja für jeden nur aller 4 Tage was drin. Ich habe mich sehr gefreut. Danke Kasia!
Dienstag, 30. November 2010
Warm/Kalt in jeder Beziegung
Heute morgen gab es kein warmes Wasser. Ich, als morgendlicher Warmduscher bin da völlig aufgeschmissen. Kurz darauf ein Zettel am Empfang: Bitte alle Wasserhähne zudrehen, es kam schon zu Überschwämmungen in einigen Etagen. Und, ach ja, es wird wohl öfter morgens kein warmes Wasser geben. Also nehme ich an, das auch die Heizung über Nacht kalt wird, aber das habe ich noch nicht empirisch belegt. Insgesamt ist unsere Wohnung kalt und nur der Adventsschmuck lässt heimelige und gemütliche Stimmung aufkommen. Wir haben einen Adventsteller mit 4 Kerzen, einem Plastikblumenornament und vielen, von Vera und mir aus Orangenschalen ausgeschnittenen und getrockneten, weihnachtlichen Verzierungen, unter anderem eine Krippe (mit Ochse!), ein Weihnachtsmann, Schneemänner, Sterne, Herzen und so weiter. Wir haben rote und goldene Sterngirlanden um unser Küchenfenster drapiert und sogar eine bunte Sternlichterkette aufgehängt, die verschieden blinkt oder manchmal auch nicht.
Heute ist mir weiterhin aufgefallen, dass ich mir absofort 2 Paar Socken anziehen muss, sonst laufe ich bald nur noch auf meinen Fußballen. Ein Highlight des Tages war der himmelblaue Himmel und die Sonne, die vielen Petersburgern den echten Pelz gewärmt hat.
Ein Phänomen, über das ich erst jetzt schreiben möchte, ist das Schlangestehen. Also in der Metro besteht eine Schlange meist aus multiplen Enden, die alle egalitäre Ansprüche auf den 1. Platz auf der Rolltreppe oder durch die Tür haben. Heute fand ich das fast sogar angenehm, weil man sich in der Masse besser wärmen kann. Wenn man also mit Love-Parade-Feeling mitten im Gedränge steht und sich zusammen mit 40 anderen Leuten durch eine Tür pressen will, so sollte man erstens auf seine Tasche aufpassen, zweitens die Nase fest verschließen und drittens so gut es geht oben bleiben und gegendrücken, sonst kommt man unter die Füße. Treppenstufen sind besonders herausfordernd und für ihre Erklimmung benötigt man guten Rückhalt von seinen Hintermännern.
Andere Schlangen, die nichts mit Beförderung zu tun haben sind geregelt und, wenn man weiß wo sie aufhören, gut überschaubar. Trotzalledem sollte man immer fragen: "Кто последний?" - Wer ist der Letzte? Denn falls man schnell noch wo hin muss, kann man seinen Hinter - und Vordermann ohne Probleme um Platzfreihaltung bitten. Professionelle (bezahlte) Schlangensteher, wie in Amiland sind also nicht von Nöten, alles kann durch einfache Nächstenliebe erreicht werden.
Ich habe übrigens eine Gitarre bekommen. Anja, eine Freundin von Kasia hatte 2 und hat mir freundlicherweise eine geliehen. Jetzt kann ich jeden Morgen zum Aufstehen Lieder singen und Kasia mit "Guten Morgen liebe Sorgen", oder ":Guten Morgen:, Guten Morgen Sonnenschein" aus dem Bett und in die kalte Dusche scheuchen.
Heute ist mir weiterhin aufgefallen, dass ich mir absofort 2 Paar Socken anziehen muss, sonst laufe ich bald nur noch auf meinen Fußballen. Ein Highlight des Tages war der himmelblaue Himmel und die Sonne, die vielen Petersburgern den echten Pelz gewärmt hat.
Ein Phänomen, über das ich erst jetzt schreiben möchte, ist das Schlangestehen. Also in der Metro besteht eine Schlange meist aus multiplen Enden, die alle egalitäre Ansprüche auf den 1. Platz auf der Rolltreppe oder durch die Tür haben. Heute fand ich das fast sogar angenehm, weil man sich in der Masse besser wärmen kann. Wenn man also mit Love-Parade-Feeling mitten im Gedränge steht und sich zusammen mit 40 anderen Leuten durch eine Tür pressen will, so sollte man erstens auf seine Tasche aufpassen, zweitens die Nase fest verschließen und drittens so gut es geht oben bleiben und gegendrücken, sonst kommt man unter die Füße. Treppenstufen sind besonders herausfordernd und für ihre Erklimmung benötigt man guten Rückhalt von seinen Hintermännern.
Andere Schlangen, die nichts mit Beförderung zu tun haben sind geregelt und, wenn man weiß wo sie aufhören, gut überschaubar. Trotzalledem sollte man immer fragen: "Кто последний?" - Wer ist der Letzte? Denn falls man schnell noch wo hin muss, kann man seinen Hinter - und Vordermann ohne Probleme um Platzfreihaltung bitten. Professionelle (bezahlte) Schlangensteher, wie in Amiland sind also nicht von Nöten, alles kann durch einfache Nächstenliebe erreicht werden.
Ich habe übrigens eine Gitarre bekommen. Anja, eine Freundin von Kasia hatte 2 und hat mir freundlicherweise eine geliehen. Jetzt kann ich jeden Morgen zum Aufstehen Lieder singen und Kasia mit "Guten Morgen liebe Sorgen", oder ":Guten Morgen:, Guten Morgen Sonnenschein" aus dem Bett und in die kalte Dusche scheuchen.
Sonntag, 28. November 2010
1. Advent
Ich wünsche euch allen einen gesegneten 1. Advent. Feiert schön, trinkt einen Tee, esst Plätzchen und kuschelt euch in eine warme Decke ein.
Liebe Grüße, Anna
Liebe Grüße, Anna
Freitag, 26. November 2010
Und noch etwas
Ich finde es wirklich interessant, wie der Ein- und Ausgang aus einem Gebäude geregelt ist. Bei vielen Supermärkten, Business-Zentren oder auch Universitätsgebäuden muss man durch 2 große Türen, einen kleinen Zwischenraum, dann wieder 2 große Türen, um endlich im Inneren zu sein. Das geniale ist: Es werden immer nur 2 sich schräg gegenüberliegende Türen, also eine linke und eine rechte geöffnet, sodass man hin und her laufen muss und ständig vor verschlossenen automatischen Türen steht. Das macht zwar auch Sinn, weil so nicht all zu viel kalte Luft ins Innere kommt, aber ich habe schon viele Leute nach einem Eingang oder Ausgang suchen sehen und habe selbst schon einige befremdende Erfahrungen gemacht. Und natürlich können nicht so viele Leute rein, wie normal möglich wäre und man hat meistens nie genug Platz um in dem Zwischenraum aneinander vorbeizugehen. Eine weitere kleine Eigenart, unserer russischen Brüder und Schwestern, oder besser Schwestern und Brüder, damit sich keiner benachteiligt fühlen muss.
Mein Come-Back
Ich war jetzt einige Zeit von der Bühne verschwunden, also muss ich mal wieder berichten. Viel hat sich ereignet, viel hab ich gesehen, viele Museen besucht. Die Stadt ist wirklich sehr vielfältig und bietet jedem Bildung nach seiner Vorstellung. Wir waren im ethngraphischen Museum, im Dostojevsky Museum, im Arktis-Antarktis Museum, in 2 wunderschönen Kirchen (von sicherlich 30), im Russischen Museum, in der Kunstkammer u.s.w.
Außerdem hab ich am Mittwoch Giselle gesehen und am Sonntag gehts zu Toska. Wir sind also vielbeschäftigt und haben weder Zeit für Heimweh, noch um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Vermutlich geh ich am Samstag sogar noch zu den Kosaken, weil grad ein Festival in der Stadt ist.
Die Uni dümpelt so vor sich hin. Da ich noch ein Semester bleibe, hab ich kleinere organisatorische Schwierigkeiten mein Visum bis Ende Januar noch mal zu verlängern und zwischendurch nach Hause zu fahren (man muss seinen Pass für ca. 4 Wochen abgeben, nur damit sie einen Stempel reinmachen). Aber mein Multivisum bis Ende Januar habe ich endlich bekommen - ein kleines Faltblatt, was man zusätzlich zum Pass immer mit sich führen muss.
Vorgestern auf dem Weg zur Uni ist mir aufgefallen, dass die Russen das Konzept des Kreisverkehres und überhaupt von Kreuzungen vermutlich nie verstehen werden. Solche Verstopfungen wie hier, hab ich noch nirgendwo anders gesehen, da ist Odessa ein Witz gegenüber diesen Autofahrern. Man steht Kreuz und Quer auch gern mitten auf der Kreuzung und in den einen Kreisverkehr in der Stadt, der auch nicht so ganz wirklich einer ist, fährt man rein, sobald Platz wird (wie überhaupt in jede Lücke, die sich im Straßenverkehr auftut). Vorfahrtschilder sind reine Richtlinien. Der Schnellere gewinnt und 2 Spuren können ohne Probleme zu 3en erweitert werden. Kreuzungen frei halten ist dem Petersburger völlig fremd. "Egal wie viele schon stehen, Platz für ein halbes Auto ist immer. Wenn die auf der anderen Seite grün kriegen, können sie halt nicht fahren. Warum haben sie sich nicht auch vorher schon auf die Kreuzung gestellt." So ungefähr kann man sich das vorstellen :)
Bei uns ist jetzt auch relativ plötzlich der Winter eingezogen. Dicke Schneeflocken vorm Fenster und viel Matsch auf der Straße - da will man sofort die Wohnung weihnachtlich schmücken. Leider haben wir noch nichts zum Schmücken gekauft. Der Adventskalender ist aber schon fertig gebastelt und wird sobald es geht gefüllt. Jeder darf aller 4 Tage eine Kiste öffnen. Deswegen sind sie auch so groß, auf das man mehr reinlegen kann :)
Kasia hat gestern Wein gekauft und wollte mit uns trinken. Wir waren alle schon im Bett, deswegen haben wir ihn heute Mittag geöffnet - ein Massandra Portwein. Meine Eltern erinnern sich vielleicht noch an die Weinverkostung auf der Krim, da gab es diesen, glaub ich, auch. Kasia schenkt uns also allen ein Saftglas voll ein. Wir probieren - ein sehr volles Aroma, süß, und stark, laut Etikett 17,5%. Versuch mal mitten am Tag ein ganzes Glas fast Likör zu trinken und dann noch zu arbeiten. Alles geht etwas leichter von der Hand.
Aus diesem Grund leg ich mich erst mal ins Bett und schreibe eventuell zu späterer Stunde weiter über die Abenteuer und Rätsel, die sich mir hier in dieser Stadt immer wieder eröffnen.
Eine kleine Episode noch. Ich hab diese Geschichte nur von anderen gehört (fühl mich schon wie die Schwester Grimm). Ein paar Freunde waren in Moskau und wollten auf den Fernsehturm, oder irgendeinen anderen Turm, das ist nicht mehr so genau überliefert. Sie stehen also am Eingang vor dem Wächter und wollen rein. Der sagt: "Sie können nur mit Tickets in den Turm." Sie fragen: "Wo ist denn die Kasse, wo kann man die denn kaufen?" Er antwortet: "Die Kasse ist im Turm." Sie, schon etwas stutzig: "Dann lassen sie uns rein, damit wir uns Tickets kaufen können!" Er nur: "Tut mir Leid, ich habe meine Anordnungen. Sie können nur mit schon gekauften Karten rein. Wie sie das machen ist nicht mein Problem." Da sind sie unverrichteter Dinge wieder von dannen gezogen.
Bis später, Anna
Außerdem hab ich am Mittwoch Giselle gesehen und am Sonntag gehts zu Toska. Wir sind also vielbeschäftigt und haben weder Zeit für Heimweh, noch um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Vermutlich geh ich am Samstag sogar noch zu den Kosaken, weil grad ein Festival in der Stadt ist.
Die Uni dümpelt so vor sich hin. Da ich noch ein Semester bleibe, hab ich kleinere organisatorische Schwierigkeiten mein Visum bis Ende Januar noch mal zu verlängern und zwischendurch nach Hause zu fahren (man muss seinen Pass für ca. 4 Wochen abgeben, nur damit sie einen Stempel reinmachen). Aber mein Multivisum bis Ende Januar habe ich endlich bekommen - ein kleines Faltblatt, was man zusätzlich zum Pass immer mit sich führen muss.
Vorgestern auf dem Weg zur Uni ist mir aufgefallen, dass die Russen das Konzept des Kreisverkehres und überhaupt von Kreuzungen vermutlich nie verstehen werden. Solche Verstopfungen wie hier, hab ich noch nirgendwo anders gesehen, da ist Odessa ein Witz gegenüber diesen Autofahrern. Man steht Kreuz und Quer auch gern mitten auf der Kreuzung und in den einen Kreisverkehr in der Stadt, der auch nicht so ganz wirklich einer ist, fährt man rein, sobald Platz wird (wie überhaupt in jede Lücke, die sich im Straßenverkehr auftut). Vorfahrtschilder sind reine Richtlinien. Der Schnellere gewinnt und 2 Spuren können ohne Probleme zu 3en erweitert werden. Kreuzungen frei halten ist dem Petersburger völlig fremd. "Egal wie viele schon stehen, Platz für ein halbes Auto ist immer. Wenn die auf der anderen Seite grün kriegen, können sie halt nicht fahren. Warum haben sie sich nicht auch vorher schon auf die Kreuzung gestellt." So ungefähr kann man sich das vorstellen :)
Bei uns ist jetzt auch relativ plötzlich der Winter eingezogen. Dicke Schneeflocken vorm Fenster und viel Matsch auf der Straße - da will man sofort die Wohnung weihnachtlich schmücken. Leider haben wir noch nichts zum Schmücken gekauft. Der Adventskalender ist aber schon fertig gebastelt und wird sobald es geht gefüllt. Jeder darf aller 4 Tage eine Kiste öffnen. Deswegen sind sie auch so groß, auf das man mehr reinlegen kann :)
Kasia hat gestern Wein gekauft und wollte mit uns trinken. Wir waren alle schon im Bett, deswegen haben wir ihn heute Mittag geöffnet - ein Massandra Portwein. Meine Eltern erinnern sich vielleicht noch an die Weinverkostung auf der Krim, da gab es diesen, glaub ich, auch. Kasia schenkt uns also allen ein Saftglas voll ein. Wir probieren - ein sehr volles Aroma, süß, und stark, laut Etikett 17,5%. Versuch mal mitten am Tag ein ganzes Glas fast Likör zu trinken und dann noch zu arbeiten. Alles geht etwas leichter von der Hand.
Aus diesem Grund leg ich mich erst mal ins Bett und schreibe eventuell zu späterer Stunde weiter über die Abenteuer und Rätsel, die sich mir hier in dieser Stadt immer wieder eröffnen.
Eine kleine Episode noch. Ich hab diese Geschichte nur von anderen gehört (fühl mich schon wie die Schwester Grimm). Ein paar Freunde waren in Moskau und wollten auf den Fernsehturm, oder irgendeinen anderen Turm, das ist nicht mehr so genau überliefert. Sie stehen also am Eingang vor dem Wächter und wollen rein. Der sagt: "Sie können nur mit Tickets in den Turm." Sie fragen: "Wo ist denn die Kasse, wo kann man die denn kaufen?" Er antwortet: "Die Kasse ist im Turm." Sie, schon etwas stutzig: "Dann lassen sie uns rein, damit wir uns Tickets kaufen können!" Er nur: "Tut mir Leid, ich habe meine Anordnungen. Sie können nur mit schon gekauften Karten rein. Wie sie das machen ist nicht mein Problem." Da sind sie unverrichteter Dinge wieder von dannen gezogen.
Bis später, Anna
Montag, 15. November 2010
What a lovely view / Was für ein schöner Ausblick
We got our windows cleaned! Now I know that the fog outside was actually dirt and that we have quite a nice view even with windows closed. As to last week, the presentation was, I quote, "brilliant" although I am pretty sure, we didn't earn that. The Russian students were well prepared but had no idea of how to do a ppt. I am thankful for every lecture with Harper and I'd like to rent him out to my fellow students here.
On Saturday we went out. Some friends of Kasia came from Moskow. We had a good time despite the fact that we had to drive around quite a bit to find our perfect place. It was fun, I met a professional figure skater, that only happens once in a lifetime.
Yesterday we were in Orpheus. The music was great. The trumpets didn't play wrong once. It was just too bad that I found out only after half the opera that the woman singing was actually supposed to be Orpheus. After that the whole plot opened up to me a lot better.
Man hat unsere Fenster geputzt! Jetzt weiß ich, dass der Nebel jeden Tag eigentlich nur Dreck war und das wir einen schönen Blick haben auch bei geschlossenen Fenstern.
Um auf die letzte Woche zurückzukommen. Die Präsentation war, ich zitiere, "brilliant", obwohl ich stark davon überzeugt bin, dass wir das nicht verdient haben. Die Russen waren auch gut vorbereitet, aber leider haben sie keine Ahnung, wie man eine Powerpoint Präsentation erstellt. Ich war gleich ganz dankbar für die langen Stunden mit Herrn Harper in Magdeburg (Präsentationskurs) und würde ihn gern mal hierher ausleihen.
Am Samstag waren wir aus. Kasia hatte Besuch von Freunden aus Moskau und wir haben uns einen netten kleinen Club in der Stadt gesucht. Der eine war ein professioneller Eiskunstläufer, so einen zu treffen passiert mir sicher auch nicht noch mal im Leben.
Gestern Abend waren wir in Orpheus. Die Musik war großartig und die Bläser haben nicht einmal falsch gespielt, also nicht so wie sonst. Leider hatte ich erst nach der Hälfte des Stückes erkannt, dass die Frau auf der Bühne Orpheus sein soll. Danach hat sich mir die ganze Handlung natürlich viel besser erschlossen.
On Saturday we went out. Some friends of Kasia came from Moskow. We had a good time despite the fact that we had to drive around quite a bit to find our perfect place. It was fun, I met a professional figure skater, that only happens once in a lifetime.
Yesterday we were in Orpheus. The music was great. The trumpets didn't play wrong once. It was just too bad that I found out only after half the opera that the woman singing was actually supposed to be Orpheus. After that the whole plot opened up to me a lot better.
Man hat unsere Fenster geputzt! Jetzt weiß ich, dass der Nebel jeden Tag eigentlich nur Dreck war und das wir einen schönen Blick haben auch bei geschlossenen Fenstern.
Um auf die letzte Woche zurückzukommen. Die Präsentation war, ich zitiere, "brilliant", obwohl ich stark davon überzeugt bin, dass wir das nicht verdient haben. Die Russen waren auch gut vorbereitet, aber leider haben sie keine Ahnung, wie man eine Powerpoint Präsentation erstellt. Ich war gleich ganz dankbar für die langen Stunden mit Herrn Harper in Magdeburg (Präsentationskurs) und würde ihn gern mal hierher ausleihen.
Am Samstag waren wir aus. Kasia hatte Besuch von Freunden aus Moskau und wir haben uns einen netten kleinen Club in der Stadt gesucht. Der eine war ein professioneller Eiskunstläufer, so einen zu treffen passiert mir sicher auch nicht noch mal im Leben.
Gestern Abend waren wir in Orpheus. Die Musik war großartig und die Bläser haben nicht einmal falsch gespielt, also nicht so wie sonst. Leider hatte ich erst nach der Hälfte des Stückes erkannt, dass die Frau auf der Bühne Orpheus sein soll. Danach hat sich mir die ganze Handlung natürlich viel besser erschlossen.
Freitag, 12. November 2010
Yes, we can
It would be a shame not to have a post with this title !
What a week. I have actually wanted to attend all lectures, they just aren't taking place. Not that I would mind too much. The real work starts on thursdays when we need to write essays and presentations. I had a group presentation preparation with 10 people today and I thought it was a mess. Of course we had quite a nice outcome and that is usually all that counts but I would have liked our professors to be sensible and have groups of 3, maximum 4 people. Well, ..., we are in Russia and domestic students are 17 when they start university. At least I found the topic interesting, not very challenging though. Tilman and I are going to give a nice performance tomorrow and stun the Russian professors with our perfect presentation.
Everything else is fine. We have quite excessive plans concerning our cultural life. Tomorrow, there'll be a rock night at one of the various clubs in the city. On the next weekends we'll see and hear Russian folk dance, Mozart's requiem, Giselle and Toska. I like living here!
Übersetzung:
Es wäre wirklich unsensibel der Welt gegenüber, keinen Eintrag mit diesem Titel zu haben!
Was für eine Woche. Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen zu allen Vorlesungen zu gehen, sie finden aber leider nicht statt. Natürlich bin ich nicht all zu traurig darüber. Die eigentliche Arbeit beginnt immer erst am Donerstag, wenn es darum geht, Essays und Vorträge zu schreiben. Heute saßen wir bei und und haben zu zehnt einen Vortrag ausgearbeitet. Ich fand es ein wenig chaotisch, aber das Ergebnis ist ja das, was zählt. Schön wäre es aber schon gewesen, wenn unsere Professoren so umsichtig gewesen wären uns in kleinere Gruppen einzuteilen. Aber gut, wir sind halt in Russland und die Studenten sind im Durchschnitt 17 wenn sie an die Uni kommen. Wenigstens das Thema war interessant, wenn auch nicht besonders anspruchsvoll.
Sonst ist alles in Ordnung. Morgen gehen wir zu einer Rock Nacht in irgendeinen Club in der Stadt. Die nächsten Wochenenden sind auch gut gefüllt: Russischer Volkstanz, Mozarts Requiem, Giselle und Toska. Ich freu mich auf jede einzelne Veranstaltung. Man kann diese Stadt schon liebgewinnen.
What a week. I have actually wanted to attend all lectures, they just aren't taking place. Not that I would mind too much. The real work starts on thursdays when we need to write essays and presentations. I had a group presentation preparation with 10 people today and I thought it was a mess. Of course we had quite a nice outcome and that is usually all that counts but I would have liked our professors to be sensible and have groups of 3, maximum 4 people. Well, ..., we are in Russia and domestic students are 17 when they start university. At least I found the topic interesting, not very challenging though. Tilman and I are going to give a nice performance tomorrow and stun the Russian professors with our perfect presentation.
Everything else is fine. We have quite excessive plans concerning our cultural life. Tomorrow, there'll be a rock night at one of the various clubs in the city. On the next weekends we'll see and hear Russian folk dance, Mozart's requiem, Giselle and Toska. I like living here!
Übersetzung:
Es wäre wirklich unsensibel der Welt gegenüber, keinen Eintrag mit diesem Titel zu haben!
Was für eine Woche. Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen zu allen Vorlesungen zu gehen, sie finden aber leider nicht statt. Natürlich bin ich nicht all zu traurig darüber. Die eigentliche Arbeit beginnt immer erst am Donerstag, wenn es darum geht, Essays und Vorträge zu schreiben. Heute saßen wir bei und und haben zu zehnt einen Vortrag ausgearbeitet. Ich fand es ein wenig chaotisch, aber das Ergebnis ist ja das, was zählt. Schön wäre es aber schon gewesen, wenn unsere Professoren so umsichtig gewesen wären uns in kleinere Gruppen einzuteilen. Aber gut, wir sind halt in Russland und die Studenten sind im Durchschnitt 17 wenn sie an die Uni kommen. Wenigstens das Thema war interessant, wenn auch nicht besonders anspruchsvoll.
Sonst ist alles in Ordnung. Morgen gehen wir zu einer Rock Nacht in irgendeinen Club in der Stadt. Die nächsten Wochenenden sind auch gut gefüllt: Russischer Volkstanz, Mozarts Requiem, Giselle und Toska. Ich freu mich auf jede einzelne Veranstaltung. Man kann diese Stadt schon liebgewinnen.
Sonntag, 7. November 2010
Eis mit heißen, polnischen Himbeeren
Ich liebe Ballett und erst recht auf Eis! Was für eine Show, nur ein kleiner sichtbarer Patzer der Läufer und eine schreckliche Bläsergruppe. Also wirklich, ich hätte von einem Konservatorium in St. Petersburg bessere Bläser erwartet, allerdings konnte man die Posaunen schon bei den letzten 3 Vorstellungen vergessen, es war keine große Überraschung. Der Saal war voller Kinder und wir haben uns auch wieder wie 10 gefühlt: was für ein romantisches, wirklichkeitsnahes Bühnenbild, welch großartig überlegte, ins Detail ausgeschmückte Kostüme, die Musik, das Knirschen der Kuven auf dem Eis, synchrone, schön ausgeführte Choreographien, viel besser als im Ballett, muss ich sagen und viele große Kinderaugen und kleine Mädchen, die in der Pause durch den Saal getanzt sind. Ich kann es jedem nur empfehlen.
Danach haben wir zu Hause noch einen polnischen Liebesfilm mit englischen Untertiteln geschaut. Ein gelungener Weiberabend, wobei ich nicht gedacht hätte, das polnische Filme so gut sein können. Ich muss dringend meine unberechtigten Vorurteile aufarbeiten.
Heute ist Hausaufgabentag. Also mach ich mich lieber wieder nützlich.
Danach haben wir zu Hause noch einen polnischen Liebesfilm mit englischen Untertiteln geschaut. Ein gelungener Weiberabend, wobei ich nicht gedacht hätte, das polnische Filme so gut sein können. Ich muss dringend meine unberechtigten Vorurteile aufarbeiten.
Heute ist Hausaufgabentag. Also mach ich mich lieber wieder nützlich.
Samstag, 6. November 2010
Polen und Piroggi
Ein schöner Abend! Wir haben ein bisschen mehr 200 polnische Piroggi vorbereitet und noch ungefähr 50 sind übrig. Also gut, ich hab nicht soo viel mitgeholfen, aber die Polen wissen schon, wie man Gäste verwöhnt. Wir hatten ein volles Haus und heut morgen noch 10 Stühle aus irgendwelchen anderen Zimmern da. Aber zum Glück keine liegengebliebenen Leute. Die sind schon gegen 12 gegangen, war also absolut in Ordnung. Das dumme ist, dass alle, die nicht hier wohnen schon 11:00 gehen müssen (Hausordnung), da verläuft sich fast jede Party etwas eher.
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Sprung zu Samstag:
Gestern war Tag des Großreinemachens. Auf mehr hatten wir dann auch keine Lust. Abends hätten wir beinahe unseren Workshop an der Uni vergessen, sind aber rechtzeitig zur Konferenzschaltung mit einem Harvard-Professor gekommen und haben und eine Vorlesung über den nuklearen Terrorismus anhören dürfen. War sogar ganz gut, eine willkommene Abwechslung vom grauen Studien-niveau-alltag im Fenster gen Westen. Ich habe ganze 2 Fragen gestellt, von 5!
Heute Abend gehen wir endlich zum Nussknacker on ice. Ich freu mich wahnsinnig und werd nach langer Schrankliegezeit Mutters Stulpen ausführen.
Schönen Sonntag!
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Sprung zu Samstag:
Gestern war Tag des Großreinemachens. Auf mehr hatten wir dann auch keine Lust. Abends hätten wir beinahe unseren Workshop an der Uni vergessen, sind aber rechtzeitig zur Konferenzschaltung mit einem Harvard-Professor gekommen und haben und eine Vorlesung über den nuklearen Terrorismus anhören dürfen. War sogar ganz gut, eine willkommene Abwechslung vom grauen Studien-niveau-alltag im Fenster gen Westen. Ich habe ganze 2 Fragen gestellt, von 5!
Heute Abend gehen wir endlich zum Nussknacker on ice. Ich freu mich wahnsinnig und werd nach langer Schrankliegezeit Mutters Stulpen ausführen.
Schönen Sonntag!
Mittwoch, 3. November 2010
Nights are short
Back from university. We had an interesting lecture with a film on how to give a speech, I liked it much more then our professor, always talking about nonsense. Unfortunately the computer gave up after 50 minutes and we were free to go home. I went for a drink with some friends and found a nice new place in town. It is a 5-storey building with two floors of exhibition space, a hostel, a restaurant and finally in the 5th floor a bar, kind of shaggy but nice.
When I came home, Kasia told me that she got her internship (the only one she applied for, so she must have had a really good resume and letter of motivation). We wanted to drink on that but the guy with the alcohol can't come. I guess we'll just stay healthy and live a long life.
Tomorrow is a big holiday - Unity Day (Tag der Einheit des Volkes)- as a substitute for the day of the October Revolution. Even all the shops are closed which is very unusual. University is down till Sunday but that doesn't help me at all.
Anyways, have a good night.
So, und nun auf deutsch:
Uni ist vorbei. Die Vorlesung war ausnahmweise mal interessant, weil wir einen Film angeschaut haben über verschiedene Verhaltensweisen beim Reden halten. Jetzt bin ich auf jeden Fall schlauer als nach einer der Presentationen unserer Professorin. Manchmal fragt man sich, wo die die ausgraben? Also sie ist noch sehr jung, aber auch sehr unwissenschaftlich. Nach 50 Minuten hat sich der PC aufgehängt und wir konnten nach Hause gehen. Ich bin dann noch mit ein paar Freunden in ein neues Lokal gegangen. Sehr interessant: ein 5-stöckiges Haus. Die ersten beiden Etagen beherbergen Ausstellungen, dann ein Hostel, ein Restaurant und zu guter Letzt eine Bar, ein bisschen schlecht eingerichtet, dafür aber schön alternativ.
Wieder zu Hause hat Kasia ihr Praktikum bekommen und wir wollten heut noch einen drauf trinken, aber Tilman hat abgesagt und er wollte für den Anstoßstoff sorgen. So leben wir eben gesünder und länger.
Morgen ist ein großer Feiertag - Tag der Einheit des Volkes - der soll seit 05 den Tag der Oktoberrevolution ersetzen. Da haben sogar mal alle Läden zu, sehr ungewöhnlich. Bis Sonntag gibts auch keine Uni, aber das bringt mir ja leider nix.
Ich wüsch euch eine gute Nacht.
When I came home, Kasia told me that she got her internship (the only one she applied for, so she must have had a really good resume and letter of motivation). We wanted to drink on that but the guy with the alcohol can't come. I guess we'll just stay healthy and live a long life.
Tomorrow is a big holiday - Unity Day (Tag der Einheit des Volkes)- as a substitute for the day of the October Revolution. Even all the shops are closed which is very unusual. University is down till Sunday but that doesn't help me at all.
Anyways, have a good night.
So, und nun auf deutsch:
Uni ist vorbei. Die Vorlesung war ausnahmweise mal interessant, weil wir einen Film angeschaut haben über verschiedene Verhaltensweisen beim Reden halten. Jetzt bin ich auf jeden Fall schlauer als nach einer der Presentationen unserer Professorin. Manchmal fragt man sich, wo die die ausgraben? Also sie ist noch sehr jung, aber auch sehr unwissenschaftlich. Nach 50 Minuten hat sich der PC aufgehängt und wir konnten nach Hause gehen. Ich bin dann noch mit ein paar Freunden in ein neues Lokal gegangen. Sehr interessant: ein 5-stöckiges Haus. Die ersten beiden Etagen beherbergen Ausstellungen, dann ein Hostel, ein Restaurant und zu guter Letzt eine Bar, ein bisschen schlecht eingerichtet, dafür aber schön alternativ.
Wieder zu Hause hat Kasia ihr Praktikum bekommen und wir wollten heut noch einen drauf trinken, aber Tilman hat abgesagt und er wollte für den Anstoßstoff sorgen. So leben wir eben gesünder und länger.
Morgen ist ein großer Feiertag - Tag der Einheit des Volkes - der soll seit 05 den Tag der Oktoberrevolution ersetzen. Da haben sogar mal alle Läden zu, sehr ungewöhnlich. Bis Sonntag gibts auch keine Uni, aber das bringt mir ja leider nix.
Ich wüsch euch eine gute Nacht.
Langsamer Mittwoch
Heute werd ich nicht viel machen. Für mich fallen 3 Stunden aus und ich geh erst heut Abend gegen 18:00 zur Uni. So hab ich Zeit mich um die wichtigeren Dinge im Leben zu kümmern. Kasia will Spaghetti Bolognese machen und ich werd natürlich nicht nein sagen. Eine bessere Mutti kann man sich nicht wünschen. Dann kann ich heut auch weiter Postkarten schreiben und mich meiner Hausarbeit widmen.
Vera wohnt jetzt für 10 Tage in der Stadt, weil ihr Freund gekommen ist. Dann kommt noch Dschulias Mutter, was bedeutet, dass sie auch in die Stadt zieht und wir hier freie Bude und reichlich Gelegenheit zum Party machen haben. Ein polnischer Abend ist schon geplant, vielleicht kommt noch ein Tanzabend dazu.
Bis Später
Vera wohnt jetzt für 10 Tage in der Stadt, weil ihr Freund gekommen ist. Dann kommt noch Dschulias Mutter, was bedeutet, dass sie auch in die Stadt zieht und wir hier freie Bude und reichlich Gelegenheit zum Party machen haben. Ein polnischer Abend ist schon geplant, vielleicht kommt noch ein Tanzabend dazu.
Bis Später
Dienstag, 2. November 2010
Intro
Hello everybody!
I guess, I'll stick to english, so it's understandable for everybody. But there will be the ocasional switches to German or maybe even Russian, just for your entertainment.
It is my 3rd month here in Petersburg and I have to say, it's cold, but beautiful. I am living on Wassili Island in a dormitory. To be honest, I thought it would be a lot worse but we got a nice appartement. We are 4 girls living in two rooms. I'd say the worst thing is that our oven is not working but at least they turned on the heating in October. It is simple but we decorated to make the place cosy and personal. I can consider myself very lucky with my room mates. They are all nice and like a "clean" environment and they are fun to be with.
We've already seen a lot of the city. It is huge and has those white and yellow palaces and big city houses, not to mention all the theaters, museums and shopping possibilities.On Nevskij Prospect you'll always find something to look at or go in.
Of course I have to attend university as well. It's an hours drive by bus and metro and in the end of the day you can feel that there are 2 hours missing (not to compare with the 5 minutes by bike at home). The lectures in English are so lala, I should have taken more in Russian but I still got another semester to correct my mistake. Good for us, we only have Monday to Wednsday, the rest is long weekend. Thus we saw all the great palaces and parks outside St. Petersburg during the beautiful golden autumn/fall we had. I have a lot of sunny pictures which is unusual for Petersburg in this time of the year.
Now, I am going to write about things that'll happen from now on, so the last two months are lost in translation.
Everybody that is interested, read and enjoy. We'll see how it'll work out (very first blog and a lazy writer ;).
Bye for now, Anna
I guess, I'll stick to english, so it's understandable for everybody. But there will be the ocasional switches to German or maybe even Russian, just for your entertainment.
It is my 3rd month here in Petersburg and I have to say, it's cold, but beautiful. I am living on Wassili Island in a dormitory. To be honest, I thought it would be a lot worse but we got a nice appartement. We are 4 girls living in two rooms. I'd say the worst thing is that our oven is not working but at least they turned on the heating in October. It is simple but we decorated to make the place cosy and personal. I can consider myself very lucky with my room mates. They are all nice and like a "clean" environment and they are fun to be with.
We've already seen a lot of the city. It is huge and has those white and yellow palaces and big city houses, not to mention all the theaters, museums and shopping possibilities.On Nevskij Prospect you'll always find something to look at or go in.
Of course I have to attend university as well. It's an hours drive by bus and metro and in the end of the day you can feel that there are 2 hours missing (not to compare with the 5 minutes by bike at home). The lectures in English are so lala, I should have taken more in Russian but I still got another semester to correct my mistake. Good for us, we only have Monday to Wednsday, the rest is long weekend. Thus we saw all the great palaces and parks outside St. Petersburg during the beautiful golden autumn/fall we had. I have a lot of sunny pictures which is unusual for Petersburg in this time of the year.
Now, I am going to write about things that'll happen from now on, so the last two months are lost in translation.
Everybody that is interested, read and enjoy. We'll see how it'll work out (very first blog and a lazy writer ;).
Bye for now, Anna
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