Freitag, 30. August 2013

Intelligenz

Ich bin intelligent. Zumindest laut meiner Mitbewohnerin Dasha, die gestern Abend bereit war, ein wenig mit uns zu plaudern und offensichtlich, mit meiner allgemeinen Einstellung vereinbar, eine ziemlich schlechte Meinung von Amerikanern hat. Aber, die beiden, die mit uns wohnen konnte sie als intelligente Wesen akzeptieren, so wie auch mich. Da sie das immer wieder betonte, kam ich mir gleich ein bisschen blöd vor, denn wenn einem von oben herab jemand 5 mal sagt, "ich denke du bist intelligent" oder "du bist ja ein intelligenter Mensch, mit dir kann man sich unterhalten", dann frage ich mich doch zunächst, was sie mit unintelligenten Menschen macht - sagt sie denen einfach, sie sind Menschen zweiter Klasse und ihrer Gegenwart nicht würdig; und man fragt sich auch, wo sie die anmaßende Kritikbefähigung und ach so vorurteilbehaftete Objektivität gegenüber der menschlichen Rasse hernimmt.

Einzuschätzen ist sie vermutlich als liberale Marktwirtschaftlerin mit einem Sinn für Selbstdarstellung, nicht unbedingt ihrer selbst, aber aller anderen Dinge, guter Vermarktung und Produktplatzierung für die allgemeine Bevölkerung mit einem IQ unter 100 und dem natürlichen Ausnutzen derer, die nicht intelligent genug sind, auf die Verführungen des Konsums vernünftig zu reagieren. Nun mag sie das alles auch für furchtbar egoistisch, abartig und unmenschlich halten, erkennt aber für sich, dass man das Spiel spielen muss, um heutzutage mitmischen zu können und hat die Hoffnung auf eine bessere Welt schon lange aufgegeben. Ein weiterer interessanter Punkt: Sie meint, in einigen Jahrhunderten werden wir den Sinn des Lebens endlich gefunden haben und feststellen, dass wir nur hier sind, um zu reproduzieren, eine mehr oder weniger elende Existenz zu durchlaufen und zu sterben.

Nun zu mir. Ich bin generell eher Zuhörer und habe interessiert gelauscht, mir ins Fäustchen gelacht und mich über meinen chistlichen Glauben und die damit verbundene Hoffnung, zunächst auf ein zufriedeneres Leben hier auf Erden und dann natürlich auch einen wesentlich besseren Sinn des Lebens hier und später bei Gott gefreut. Denn ehrlich mal: Die Welt wird keiner verändern, dazu ist sie zu verdreht und echt "fucked up". Das, was ich versucht habe meiner Mitbewohnerin zu vermitteln ist, dass man Hoffnung nicht aufgeben darf und die kleinen Dinge im Leben meist mehr zählen, als die großen. Einigen wenigen zu helfen ist besser, als das System zum Ausbeuten zu benutzen. Sich an einer Stadt wie Prag und ihrer reichen Schönheit zu freuen ist besser, als am Elend der Welt zu verzweifeln, obwohl man das nicht außer Acht lassen sollte, schließlich kann man nicht nur in seiner eigenen kleinen, bequemen Blase leben, wie die stereotypisierten Amerikaner. Den Gesprächen mit meinen Mitbewohnern zufolge, gibt es die leider wirklich überall und en masse, und alle Vorurteile sind leider vorurteilsfrei korrekt, also Fakt.

Ein anderer interessanter Punkt zur Intelligenz ist deren Korrelation zum Reichtum. Wir glauben festgestellt zu haben, dass Menschen mit wirklicher Intelligenz vermutlich zu intelligent sind, um ungeachtet ihres Nächsten Reichtümer zu akkumulieren und somit eher im mittleren Reichtum verbleiben. Natürlich gehört zu so einer Milchmädchenrechnung noch viel mehr außer Intelligenz (Charakter, Ambitionen, Umstände), es ist ja auch nur eine von mir ganz sicher nicht belegbare Theorie, aber mir scheint, die Menschen, die das große Geld mit ausgefahrenen Ellenbogen verdienen, müssen nicht unbedingt die intelligentesten sein, nur die ambitioniertesten und raffgierigsten, Eigenschaften, die vielleicht nichts mit dem IQ einer Person zu tun haben, aber sicher mit emotionaler und sozialer Intelligenz und der allgemeinen Einstellung zum Leben und dem eigenen Wohlbefinden.

Nun, diese Argumentation war interessant, wenn auch ein wenig aus der Luft gegriffen. Ich werde sie sicher bald wieder vergessen haben. Bis dahin lese ich ein von ihr empfohlenes Buch zu meiner Horizonterweiterung. Was über Konsum, Wirtschaft und Psychologie, das mir sicher wieder einmal zeigt, wie verdorben und hinterhältig die Welt doch sein kann. Freude, Freude über Freude, denn zum Glück ist da noch Christus und der wehrt allem Leide.

Mittwoch, 28. August 2013

Syrische Wochen

So langsam wirds knapp. Ich versuche schon seit einer Weile einem syrischen Bekannten zu helfen, seinen Bruder als Student ins Land zu holen, aber keine der Institutionen scheint erreichbar. Ich telefoniere schon den ganzen Morgen gegen die Wand und hoffe auf baldigen Erfolg, denn so ein Visum zu erstellen brauch ja auch seine Zeit in der deutschen Bürokratie. Wenn doch nur ein Engel vom Himmel geflogen käme und mir einen verantwortungsbewussten, gut situierten Deutschen vor die Füße legen könnte, der gern für einen syrischen Fast-Erwachsenen Scheinfinanzierer sein möchte.

Dienstag, 27. August 2013

Die Sonnen schwinden

Nicht nur im Sinne der Tagesläufe, die unaufhaltsam an mir vorüberziehen, auch die Sonne an sich ist weniger geworden. Da hatte ich zu Anfang schon erwogen keine Jacken einzupacken, hab aber auf die kleine quengelnde Stimme in meinem Kopf gehört (du weißt schon, dass ich dich meine) und bin froh und gesund geblieben. Kurzum: Es ist kalt. Ich hab schon vor einer Weile mein Laken mit einer Decke ausgestopft und mein Fenster halb geschlossen, jetzt muss ich auch noch wärmer duschen, um beim abtrocknen nicht gleich anzufrieren.

Um meiner Erinnerung Willen sollte ich schreiben, was ich auf Arbeit gemacht habe: Der Artikel ist abgegeben, ich habe noch ein Zitat eingefügt und ihn auf Ratschläge meiner Chefin hin überarbeitet. Sie scheint, nun, zufrieden ist ein zu starkes, emotionales Wort, also vielleicht eher "hmä". Ja, das trifft es sehr gut. Ich hab keine Ahnung, ob der Artikel gut oder schlecht ist, ich hab schon wieder vergessen, was drinstand.
Nun folgt Langeweile auf Langeweile. Ein Highlight war das Treffen mit Vaters tschechischer Kollegin, da konnte ich gleich zweimal lange Mittagspause machen, weil wir uns das erste Mal nicht erkannt hatten und sie beim zweiten Mal ne halbe Stunde zu spät kam. Für mich bedeutete das Powerwalking durch die City und vor allem durch die Touristen. Touristen sind schrecklich, unberechenbar, bleiben stehen, laufen plötzlich direkt vor die über die ganze Straße, aber so langsam als nur menschenmöglich, um in irgendeinem Spittelladen mit vielen glänzenden und blinkenden Dingen ein scheußliches Souvenir für die, wenn man das Mitbringsel bedenkt, vielleicht nicht ganz so Lieben daheim auszusuchen. Wer auf einem blauen Skihang schon mal schnell durch wollte, kann verstehen, was ich meine.

Ich habe mich mit den Kollegen im Nachbarbüro bekannt gemacht. Dort sitzt unter anderem die Abteilung für Theaterforschung und da zur Geschichte auch viel Österreich und Deutschland dazugehört, wurde zu Beginn des Jahres eine Enzyklopadie zur böhmischen Theaterkooperation im 19. Jahrhundert rausgegeben. Dazu gibt es natürlich auch eine Internetseite und ich wurde zum Korrekturlesen angestellt. Leider wurde das ganze von einem oder auch mehreren Österreichern übersetzt und ich habe die glorreiche Aufgabe, das ins Deutsche zu übersetzen. Wer hat schon mal den Satz - Der Autor schrieb zehnter Stücke. - gehört und ein angemessenes deutsches Gegenstück gefunden? Wie viel ist zehnter eigentlich, das ist sowas wie hunderte, nur im zehner-Bereich, aber liegt es eher unter, oder über 50 oder sind es eigentlich nur 20, und zehnter lässt es einfach ein bisschen mehr klingen. Üsch wees es nüsch.

So weit, so gut. Morgen darf ich vielleicht endlich wieder mit Arbeiten anfangen, wenn mein Kollege ordentlich zugearbeitet hat. Dann gehts los mit Leute anrufen und Informationen rausquetschen. Ich weiß nur leider immer noch nicht zu welchem Thema.

Montag, 19. August 2013

Artikel fetisch

Was für ein Wochenende. Ich bin fertig. Jetzt verstehe ich, warum in der klassischen Kunst der Montag immer so beschimpft wird. Der Artikel ist durch, ich hab ja auch nur ein wenig daran gezweifelt, leider hing es aber gewaltig an meiner Trinkfestigkeit. Die einzige Frage die sich mir jetzt stellt, ist, ob ich dran arbeiten, also üben, oder meine Gewohnheiten umstellen sollte. Zweiteres ist meinem Hirn zuträglicher, und der Nahrungszufuhr in meinen Magen ebenfalls.Dazu kommen Schlafmangel, bad-hair-day und Regen, der Klischeemontag wird fast schon übertroffen. Ich nehme an, einem Drittel der Menschheit geht es heute genauso wie mir, da steht Selbstmitleid ganz außer Frage und Mitgefühl und Verbundenheit rücken in den Fokus. Es gibt schließlich immer jemanden da draußen, dem es schlechter geht als dir.

Wer glaubt, ich schreibe gleich wieder einen Artikel, nur weil das Wort fetisch im Titel auftaucht der hat weit gefehlt. Man bemerke die Kleinschreibung und komme von selbst darauf, dass dem Wort fertig einige Verschandelung zugefügt wurde, auch ob meines erzgebirgischen Dialekthintergrundes. Weiter weiß ich heute nicht mehr. Ich habe schon zu viel Zeit am falschen Keyboard verbracht und bin in meiner Suche nach dem angenehmeren Fingerzeitvertreib auf öffentliche, auf Plätzen installierte open-air Klaviere gestoßen. Da lohnt es sich auf jeden Fall, einen Blick drauf zu werfen.

Ach ja, heute bin ich umgezogen. Ich habe meinen schönen Arbeitsplatz, gegenüber der Chefin aufgeben müssen und bin nun stolze Besitzerin eines himmelblau lackierten Sekretärs in einem Büro mit zwei anderen netten Damen. Vielleicht freunden wir uns morgen an, die eine ist schon vorm Mittag verschwunden. Meinen Luxus-PC hab ich allerdings zurücklassen müssen und schaue zum ersten Mal seit 4 Jahren auf eine Windows XP Oberfläche. So weit, so gut. Schon allein weil Paraworld auf den neueren Jahrgängen nicht mehr läuft, wäre ich ja ganz begeistert, aber da alles auf tschechisch ist, hatte ich mich in meinem gewohnten Betriebssystem ohne weitere Probleme zurechtgefunden. Jetzt dauert manches einfach länger oder verlangt nach Übersetzung, wofür ich zugegebenermaßen genug Zeit, aber keine Motivation habe. Außerdem muss ich mir ein Mauspad besorgen. Ich hab auch kein Telefon mehr. Die Liste mit allen Kontakten im Institut ist weg. Keine Stifte, keine Zettel, es ist fast so, als wäre ich neu hier und müsste meinen eigenen Schreibtisch ausstatten.

Freitag, 16. August 2013

Oh weh, die Arbeit schreit

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, ich habe verlernt zu arbeiten, aber das ist doch völlig unmöglich, ich bin einfach nur schüchtern, ein - in diesem Zusammenhang - besseres Synonym zu scheu. Da ich in den letzten 2 Wochen keinen Artikelschreiber für das slovakische Journal gefunden habe, bin ich sebst dran. Besser als nichts tun ist es allemal, doch die Anziehungskraft des Nichts-Tuns sollte man nicht unterschätzen. Anstatt brav meine Seiten zu füllen, habe ich mich nun zunächst entschieden, einen Eintrag zur Wichtigkeit dieser Aufgabenerfüllung zu verfassen.

Argument 1: Meine Chefin will es so. Sehr überzeugend, vor allem wenn man bedenkt, dass sie meine Abschlussbewertung ausstellen wird.
Argument b: Nächste Woche ist Redaktionsschluss. Zeit war ja schon immer ein schlecht durchdachtes, unbequemes Konzept. Mit der hat man nie Spielraum um die Zehen herum, da wackelt nix, da gibst immer nur Druck auf die sowieso schon aufgescheuerten Stellen. Diese Metapher entstammt wohl der Stöckelschuherfahrung die ich vor einigen Tagen auf dem Weg zur und von der Arbeit gemacht habe. Prag ist eine Stadt der flachen Schuhe, selbst für geübte Stöckler.
III Argument: Ich werde veröffentlicht. Spannend oder? Das ist mir noch nie passiert und ich bin mir nicht sicher, für solche Dinge geeignet zu sein.
Argument 4.1: Das Thema ist gar nicht mal halb-uninteressant. Da muss man doch was draus machen können. Nur meinen Schreibstil sollte ich dringlich anpassen, denn das hier geht da überhaupt nicht, Alter.

So viele gute Argumente, die ich mir selbst geliefert habe, die reinste Form der Selbstmotivation, so rein, da muss es jetzt doch ganz schnell von der Hand in den PC fließen. Wenn mein PC doch nur aufschriebe, was ich mir im Kopf zusammenreime, und dann sinnvoll und -zusammenhängend formulierte. Aber wer will schon freiwillig in meinen Kopf hinabsteigen. Vielleicht hat diese Schreibübung eine positive Auswirkung auf den Rest des Nachmittags, oder den Abend, oder die Nacht.

Ach, vielleicht sollte ich kurz meine WG beschreiben. Mein Zimmer ist klein, ich habe aber auch mein Klavier daheim gelassen und bin trotz des kurzen Aufenthalts schon wieder auf der Suche nach einem spielbaren Ersatzgerät. Meine Mittbewohner werden von Tag zu Tag netter, auch, weil man sich nicht oft über den Weg läuft und fast jeder direkt nach Benutzung abwäscht, spült, die Klobürste in die Hand nimmt, den Abfluss leider nicht reinigt, aber dafür ab und zu den Tisch abwischt. Am Morgen gibt es keine Probleme, ins Bad kommt man immer, wir sind ja auch nicht alle berufstätig und arbeiten gleitzeitig. Brittany ist Kalifornierin und derzeit in Warschau, nächstes Wochenende in Barcelona und später dann in Kroatien uvm. Sie arbeitet als Praktikantin in einem Anwaltsbüro als Rechtsassistentin. Michal, Tscheche, sitzt den ganzen Tag beruflich am PC und betreut gerade Mars als Kunden. Außerdem ist er ständig zum Klettern unterwegs. Dascha ist Ex-Diplomatenkind, Studentin, vielgereist und erstaunlich normal. Andrew kommt aus New York, dem Staat, will hier Englisch unterrichten und ist gerade nach Bratislava gefahren, um sein Visum zu beantragen. Scheinbar muss man beweisen können sich bei Visumsantrag nicht im Arbeitsland aufzuhalten. Seine Freundin aus Fronkraisch, nett, ist immer da, obwohl er nicht zusammen mit ihr wohnen wollte. Schon klar.

Ich war schon 2 mal aus, mehr als in Magdeburg in einem Semester, und genieße die Fremde.

Sonntag, 11. August 2013

Mit Umlauten in die zweite Woche

Ich gebe zu, meinen ersten neuen Blogeintrag habe ich von Arbeit aus geschrieben. Deswegen all die umständlichen Umlaute. Leider kann ich meinen Laptop nicht ins Arbeitsnetz einspeisen und muss all meine E-mails an Deutsche mit zusammengesetzen Buchstaben verfassen. Wie dem auch sei, es sind ja kluge Menschen.

Was habe ich letzte Woche/ in der ersten Woche gemacht: Ich habe mich in Projekte eingelesen, ich habe E-mails geschrieben um Teilnehmer für ein Projekt zu werben und deutsche Autoren für ein anderes Projekt zu finden. Ich hoffe sehr, dass ich noch einem deutschen Artikelschreiber begegne, sonst ist mein erstes Projekt, bei dem ich einen direkten Nutzen für das Institut hatte direkt ein Fehlschlag. Ich bräuchte also dringlich einen Erfolg. Meine Chefin sagt zu meiner Arbeit immer nur Ja und Amen und ich weiß nicht so recht, ob alles, was ich tue, auch tatsächlich gefällt. Das werde ich sicher noch herausfinden, denn ich bleibe noch eine Woche ihr gegenüber sitzen und kann das Schweigen genießen. Eine kleine Übersetzung und ein Artikel für das UNESCO Projekt waren auch dabei und dann ist da noch die grottige (entschuldigt mein türkisch) Webseitenbearbeitungssoftware, mit der seit 2010 keiner arbeiten will und die ich jetzt auf den Weg bringen soll. Na meinet Wegen.

Jetzt in diesem Moment sitze ich auf meinem Fensterbrett, mit leicht angetrunkener Laune (Wodka ist wie ein slawischer Tandempartner) und dem Geruch von frisch gekochten Gretschka/Buchweizen und Zigaretten in der Nase. Es gibt nichts Slavischeres, meiner Meinung nach. Ich mag diese Stadt, sie ist wunderschön, aber nicht überall, mit verschiedenen Baustilen, Menschenschlägen, Barvarianten, sozialen Standards, lachenden, alten Männern und Rosen verkaufenden alten Frauen, Fast Food und Real Food Restaurants, schleichenden Touristen und mir, die meist zu spät aus dem Haus geht und direkt durchs Zentrum muss (obwohl ich ja keine festen Arbeitszeiten habe, aber versuche immer vor der Chefin da zu sein), Marionettenläden und Absintheisständen, überhaupt so vielen interessanten, mir unbekannten (Haschisch-Lollypops), faszinierenden, Prager Erlebnissen und ich hoffe auf baldige Horizonterweiterung und darauf, nicht aus meinem Fenster zu fallen.

Brittany, meine amerikanische Mitbewohnerin, mag mit mir Dinge unternehmen und wir sind viel in der Stadt unterwegs. Drew, der andere Ami, hat eine Freundin und ist immer mit ihr unterwegs. Das ist leider etwas langweilig für uns. Schade eigentlich, wo wir doch heute Abend den Russkij Standard geöffnet haben.

Ich hoffe auf schöne Tage und eine interessante Zeit. Der einzige Wehrmutstropfen (Wehrmut wäre jetzt auch toll...) sind die Hausarbeiten. Ich weiß noch nicht, wie ich die schaffen soll, aber ich werde dran arbeiten und mich anstrengen, nur noch nicht dieses WE. Man kann ja nicht alles auf einmal machen :) Ich muss mir echt ernsthaft in den Hintern treten, wie das alle anderen auch machen. Das Leben soll ja schließlich weh tun und nicht nur aus Würfelzucker bestehn, obwohl das schon ziemlich lecker wäre, aber auch sehr diabetisch.

Freitag, 9. August 2013

Wieder in die Welt hinaus

Nur diesmal nich all zu weit weg.

Ich dachte mir, dieser Blog koennte recht hilfreich sein, meinen Praktikumsbericht zu schreiben und so werde ich die Taten und Untaten meines Aufenthaltes in Prag dokumentieren, zu eurer Erheiterung und meiner Gedaechtnisstuetze.

Zwei Monate werde ich in diesem Wunderland verbringen, in einer Stadt, die so faszinierend vielschichtig und erhaben an die Moldau gestellt wurde. Jetzt merkt man mal wieder was man an Magdeburg nicht hat, wobei Prag ein paar mehr Baeumchen und Gruen ganz gut tun wuerden. Es ist kein Shanghai, aber auch keine bayrische Alp. Meine Schleimhaeute werden aber sicherlich nach der Eingewoehnungsphase wieder abschwellen.

Leben tu ich in einer Wohngemeinschaft mit viel Platz, aber ohne Klafuenf. Das macht es ja immer ein wenig weniger wohnlich. Wir sind zu 5., 3 Maedels und 2 Jungs, 2 Amis, 2 Tschechen und eine kleine Deutsche, also ne ganz nette Mischung. Der eine bringt auch immer seine franzoesische Freundin mit nach Hause, da wirds noch internationaler. Ich hoffe nur, dass ich an den Tschechen auch ein wenig tschechisch ueben kann, sonst war der Aufenthalt ja bisher voellig fuer die Katz.

Ich bin naemlich unbeschaeftigt. Ich habe, nicht zum ersten Mal, die Kunst des stillen auf Arbeit Sitzens und die wenigen Aufgaben so lang wie moeglich Streckens wiederaufleben lassen, bin also noch guter Dinge, ungestresst und willig, mehr zu tun. Das verwundert auch mich.

Fuer mich ist es also das erste Mal in ein Land zu reisen, in dem ich die Sprache tatsaechlich noch nie gelernt habe (mal abgesehen von den Urlauben mit Mutti und Vati, aber das zaehlt nun wirklich nicht) aber ich finde mich gut zurecht, wohl auch weil alle Welt hier englisch spricht, sogar der Vietnamese um die Ecke. Nur auf Arbeit laeuft fast alles an mir vorbei. Schnelle Besprechungen werden auf tschechisch geklaert, ist ja auch voellig in Ordnung, ich fuehle mich nur halt noch ein wenig ueberfluessig.

Alles weitere spaeter, willkommen zurueck!