In diesem Blog werden alle meine Erlebnisse, außerdeutschen Entführungen in die Kultur des russischen Wodkas, Kleidungsstils, der Musik, Kunst und natürlich des Lernens, was zu Recht an aller letzter Stelle genannt wird, niedergeschrieben und katalogisiert. Angefügt und schlecht verfugt, mein Kurzaufenthalt in Prag, Tücken, Entzücken und eine völlige Abwesenheit von Mücken, hm, ich muss mich erst einschreiben.
Dienstag, 21. Juni 2011
Neue Waschgänge
Es ist schon bewundernswert, wie einfallsreich man sein muss, um Bürokratie so unsinnig wie möglich zu erschaffen und für den Verbraucher so unbequem wie möglich zu gestalten. Da ich mal wieder eine saubere Hose brauchte und mich entschied, aus Zeitspatgründen bei mir im Haus zu waschen, wurde ich auf eine neue Regelung der Bezahlung aufmerksam gemacht. Vorher konnte man wie das auch sonst überall üblich ist, direkt bei der Wäschereifrau bezahlen. Die Bezeichnung Wäscherei ist eigentlich nicht wirklich zutreffend, da sie nur über drei Waschmaschinen und zwei Trockner herrschen darf und man bei viel Betrieb schon mal einen Tag warten kann, bis man seine Wäsche wieder zu Gesicht bekommt. Aber genug der Beschwerde, deswegen bin ich ja sonst zu einem anderen Waschsalon gefahren. Heute nun aber waren alle Maschinen leer und ich konnte meine beiden Trommeln direkt selbst einwerfen. Als ich ihr sagte, dass ich das Geld später vorbei bringen würde, deutete sie auf ein Schild an der Tür, auf dem stand: "Ab sofort kann man Wäschen nur noch mit vorher geholter Quittung durchführen. Zu diesem Zweck bitte zu einem anderen Wohnheim fahren, dort Wäsche und Trocknen bezahlen und uns dann die unterschriebene und sicherlich auch gestempelte Quittung vorlegen." Mir ist der Unterkiefer abgeklappt und sie stimmte mir sofort zu, dass das völliger Blödsinn ist und meinte, für mich könnte sie ja eine Ausnahme machen :) Also bezahle ich direkt bei ihr, habe die russische Bürokratie wieder einmal besiegt, fühl mich aber als Deutsche ganz schuldig, weil ich nicht den offiziellen Weg gegangen bin, bis ins nächste Wohnheim und wieder zurück nämlich.
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