Samstag, 18. Dezember 2010

Weihnachtswochenende

Liebes Tagebuch,

morgen ist bei uns Weihnachten mit Spaghetti und Pelmenisuppe - Geschenke gibts auch. Unsere Decken sind wieder trocken, ich hoffe, dass sie das auch im Januar und Februar noch sind; ich hab jetzt ein tolles Foto, auf dem ich eine Tapete melke. Das Wochenende bestand bis jetzt aus Lernen und Lesen, ich war mit Vera noch mal Pelmeni und mit Kasia Blini essen, habe ein Kissen bestickt und meine Weihnachtsgeschenksammlung komplettiert. Ich bin also aufs nach Hause fahren vorbereitet, nur scheint es mir, zu Hause ist für mich nicht bereit. Berichten zu Folge halten Schneechaos und Benzinknappheit die Bevölkerung des gemütlichen Erzgebirgslandes in Angst und Schrecken und am Frankfurter Flughafen geht nix, ein Glück, dass ich in Berlin lande. Hoffentlich ist wenigstens die Deutsche Bahn so zuverlässig wie immer, dann kriege ich auch mit einer Stunde Flugverspätung noch meinen Anschlusszug in Berlin.

Es ist kalt, aber noch nicht so sehr, wie im Januar und Februar. Die minus 20 unterschreiten wir noch nicht. Trotz alle dem, jeder der im Winter hier her fährt, nehme sich eine sehr dicke Jacke und eine richtig gute Mütze mit. Die Schuhe sollten gefüttert, eissicher, salzabweisend und hoch sein und natürlich dem russischen Chick entsprechen (Wanderschuhe sind verpönt, Frauen ohne Absätze werden immer schief angeschaut). Ich freu mich nur einfach schon auf den Sommer, wenn die Sonne am Mittag mehr als einen halben Meter über dem Horizont schwebt und das Anziehen und Schuhe Putzen nicht in die morgendliche Zeitplanung mit eingerechnet werden muss.

Zum Miete zahlen mussten wir in diesem Monat an den Hauptcampus fahren, weil die Kasse unseres Vertrauens geschlossen hatte. Man kann den Tag in ferner Zukunft nur erahnen, an dem die Russen ein Bankeinzugssystem für Wohnheimmiete entwerfen werden. Nicht ein mal in der Bank kann man das überweisen, nur persönlich und in bar an speziellen Schaltern der Universität. Ich glaube im nächsten Semester sollte ich versuchen, gleich für die ganze Zeit Geld aufzutreiben und alle 5 Monate auf einmal zu bezahlen, dann bleibt einem die Rennerei zu Monatsbeginn erspart.  Nun gut, es ist nicht mehr Monatsbeginn, aber bis man Zeit hat, an die richtige Uni zu fahren und den Betrag zu begleichen, dauert es eben ein wenig. Unsere Fakultät befindet sich ja in einer anderen Ecke der Stadt. Und dann muss man auch noch die Öffnungszeiten abpassen, nicht in der Mittagspause (1h), nicht in der technischen Pause (1h), sicher nicht gleich am Morgen, denn die kommen immer eine halbe Stunde zu spät und schließen natürlich auch dementsprechend eine halbe Stunde eher. Die Kasse in unserer Nähe hat seit dem 1. Dez. bis zum heutigen Tage geschlossen. Aber man darf das nicht so eng sehen. Alles geht seinen Gang, in der Zeit, die es brauchen soll.

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