Noch wohne ich in meinem Zimmer. Ich bin auch sehr bedacht darauf, hier zu bleiben. Es ist aber alles nicht so einfach. Derzeit habe ich Aufschub bis zum 7. Februar und bis dahin auch schon bezahlt, aber ich hätte gern eine feste Schlafstätte bis Ende Juni. Das muss in den nächsten 10 Tagen funktionieren, sonst kann ich nicht heim fahren und das wäre wirklich Schade.
Letztes Wochenende habe ich 3 Freunde verabschiedet und damit ist auch Giulia, die letzte meiner drei Mitbewohnerinnen ausgezogen. Sie ist aber noch in Petersburg und ich werde sie, wenn alles gut geht in Estland besuchen fahren, im nächsten Semester. Mit Cornelia bin ich noch ein mal ins Michailovksy Theater gegangen; wir haben uns Spartakus, ein Ballett, angesehen. Es war atemberaubend, die Ohren haben gezittert, die Augen getränt, die Beine wollten mittanzen. Die Musik war von Aram Chatschaturjan, einem der meiner Meinung nach besten armenischen Komponisten, die ich bis jetzt gehört habe. Es war schnell, stark, sehr gut ausgeführt und spannend, obwohl ich in der 2. Hälfte fast eingeschlafen bin, aber allein das Hinschauen hat schon so viel Energie gekostet. Die Pas de deux bestanden eigentlich nur aus Hebungen und Artistikeinlagen, die Musik war klassisch und doch besaß sie viele kleine moderne Einflüsse, die sie um so interessanter gemacht haben. Ich empfehle es weiter!
Am Wochenende hatten wir für zwei Tage nur noch Strom an der einen Seite der Küche. So haben wir unsere Abende also in trauter Gemeinsamkeit in unserer ach so gemütlichen Küche verbracht. Zum Glück haben sie am Montag einen Mann gefunden, der die Sicherung wieder reindrücken konnte.
Wir haben außerdem auch unsere neuen Möbel bekommen: ein Nachttischschränkchen und für jeden einen neuen Tisch. Das zweite Semester wird also ausrüstungstechnisch besser beginnen als das letzte mit nur einem unbequemen Schreibtisch für zwei.
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