Montag, 19. August 2013

Artikel fetisch

Was für ein Wochenende. Ich bin fertig. Jetzt verstehe ich, warum in der klassischen Kunst der Montag immer so beschimpft wird. Der Artikel ist durch, ich hab ja auch nur ein wenig daran gezweifelt, leider hing es aber gewaltig an meiner Trinkfestigkeit. Die einzige Frage die sich mir jetzt stellt, ist, ob ich dran arbeiten, also üben, oder meine Gewohnheiten umstellen sollte. Zweiteres ist meinem Hirn zuträglicher, und der Nahrungszufuhr in meinen Magen ebenfalls.Dazu kommen Schlafmangel, bad-hair-day und Regen, der Klischeemontag wird fast schon übertroffen. Ich nehme an, einem Drittel der Menschheit geht es heute genauso wie mir, da steht Selbstmitleid ganz außer Frage und Mitgefühl und Verbundenheit rücken in den Fokus. Es gibt schließlich immer jemanden da draußen, dem es schlechter geht als dir.

Wer glaubt, ich schreibe gleich wieder einen Artikel, nur weil das Wort fetisch im Titel auftaucht der hat weit gefehlt. Man bemerke die Kleinschreibung und komme von selbst darauf, dass dem Wort fertig einige Verschandelung zugefügt wurde, auch ob meines erzgebirgischen Dialekthintergrundes. Weiter weiß ich heute nicht mehr. Ich habe schon zu viel Zeit am falschen Keyboard verbracht und bin in meiner Suche nach dem angenehmeren Fingerzeitvertreib auf öffentliche, auf Plätzen installierte open-air Klaviere gestoßen. Da lohnt es sich auf jeden Fall, einen Blick drauf zu werfen.

Ach ja, heute bin ich umgezogen. Ich habe meinen schönen Arbeitsplatz, gegenüber der Chefin aufgeben müssen und bin nun stolze Besitzerin eines himmelblau lackierten Sekretärs in einem Büro mit zwei anderen netten Damen. Vielleicht freunden wir uns morgen an, die eine ist schon vorm Mittag verschwunden. Meinen Luxus-PC hab ich allerdings zurücklassen müssen und schaue zum ersten Mal seit 4 Jahren auf eine Windows XP Oberfläche. So weit, so gut. Schon allein weil Paraworld auf den neueren Jahrgängen nicht mehr läuft, wäre ich ja ganz begeistert, aber da alles auf tschechisch ist, hatte ich mich in meinem gewohnten Betriebssystem ohne weitere Probleme zurechtgefunden. Jetzt dauert manches einfach länger oder verlangt nach Übersetzung, wofür ich zugegebenermaßen genug Zeit, aber keine Motivation habe. Außerdem muss ich mir ein Mauspad besorgen. Ich hab auch kein Telefon mehr. Die Liste mit allen Kontakten im Institut ist weg. Keine Stifte, keine Zettel, es ist fast so, als wäre ich neu hier und müsste meinen eigenen Schreibtisch ausstatten.

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