Donnerstag, 27. Januar 2011

Frei Sein

Die Ereignisse stapeln sich und da ich nun endlich Zeit habe, meine Hausarbeit geschrieben ist, mein Visum beantragt und fast alle Freunde verabschiedet, widme ich mich wieder dem Internet. Petersburg erstrahlt derzeit im Glanz der Sonne. Alle Beimle sei bereimelt (alle Bäume sind bis zum kleinsten Ästchen mit Schnee bedeckt) und selbt bei uns im Neubautenviertel kann man eine wunderschöne Winterpracht bestaunen. Es ist dem entsprechend kalt.

Im Wohnheim findet ein Störfaktor nach dem anderen Einzug in mein doch so ruhiges Leben. Vor mittlerweile schon 4 Tagen sagte uns unsere Putzfrau, dass wir neue Nachttischschränkchen bekämen und die alten ausräumen söllten. Das taten wir und warten seitdem, dass die zu unseren Betten passenden Schränkchen aufgebaut werden. Jetzt haben sie auch noch unseren Schreibtisch mitgenommen, sodass es in unserem Zimmer keine einzige Ablagefläche mehr gibt und ich erst mal alles in Beuteln auf dem Boden verteilt habe. Ich glaube nicht, dass heute noch jemand kommt. Es hat aber auch seine gute Seite. Heute wollte ich für die nächsten zwei Monate bezahlen und frage, so aus reiner Neugierde, bei meiner Kommandantin, ob ich denn im gleichen Zimmer bleiben kann, oder ob sie mich irgendwo anders eingeplant hat. Sie sagte mir nur, dass mein Bett ab dem 2.2. schon wieder belegt sei und sie von meiner Fakultät keine Verlängerungsanfrage oder sonst irgendwelche Papiere bekommen hat und das ich am 31.1. ausziehen müsste. Ich bin der guten Hoffnung, dass sich bis morgen alles klärt und ich hier bleiben darf. Wenn nicht, komm ich eben zurück nach Hause. Wie ich schon in meinem Aufsatz über meinen Auslandsaufenthalt geschrieben hatte: "Hinter jeder Ecke lauert eine Überraschung!" Man kann sich nichts sicher sein, nicht einmal dem Dach über seinem Kopf, vor allem nicht dem, wenn man an unseren Dachschaden denkt. Meine Sachen liegen also schon alle mitten im Zimmer, bereit weggepackt zu werden, wenn nötig und ich habe schon die Hostels in der Stadt gesichtet.

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