Schon seit einer Woche wieder in der Studienstadt meiner Wahl hat sich einiges verändert. Nicht die Stadt selbst natürlich, aber die Stimmung ist anders. Wir müssen uns wohl alle erst aneinander gewöhnen und ich vermutlich mehr an sie, als umgekehrt. Meine Mitbewohnerinnen sind beschwerdefrei, wischen und waschen ab, kümmern sich um Haus und Hof und sind nebenbei sehr nette Menschen. Es sind zwei Deutsche und eine Amerikanerin eingezogen, was unsere Amtssprache auf Englisch/Deutsch reduziert, aber ich habe ja an der Uni noch Russischkurse, die ich regelmäßig! besuchen werde. Die Amerikanerin studiert in Kanada und hat sich auf PR spezialisiert, meine Deutsche ist Förderschulpädagogin und die andere an der Wirtschaftsfakultät. Die beiden ersten Wochen des Kennenlernens zu verpassen war dumm und ich rate keinem, es mit nachzumachen. So sehr ich den Urlaub genießen konnte, so sehr beisst mich meine Abwesenheit jetzt in den Hintern. Ich kenne keinen mehr und die Neuen haben sich alle schon in kleine Grüppchen aufgeteilt. Das macht das allgemeine Freundschaft-schließen schwieriger als erwartet. Aber ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. Ich finde mich zurecht.
Die Uni hat für mich noch nicht richtig begonnen. Vorlesungen finden wie immer für mich nur von Montag bis Mittwoch statt, auch die russischen, und diese Woche feiern wir erst mal Frauentag und Frühlingsfest, was Montag und Dienstag, meine längsten Tage, zu Feiertagen gemacht hat. Also bin ich immer noch unbeschäftigt und langweile mich zu Tode. Der Spaß des nächsten Semesters muss erst noch beginnen.
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