Der Alltag hat sich eingestellt,
Wohlan, wer will ihn sehn?
Der muss hinaus ins graue Feld,
ins Häuserfeld nun gehn.
Die Vorlesungen sind interessanter als im letzten Semester aber immer noch unter meinem Niveau. Nur die russischen Vorlesungen sind aufregend, weil man ununterbrochen rätselraten muss, was der Dozent nun genau gemeint und genuschelt hat. Auch schnell und leserlich russisch Schreiben ist eine Kunst, die ich noch erlernen muss. Sieht aber sicherlich besser aus als mein arabisch oder mandarin. Ich gehe jetzt immer öfter Klavier spielen und kann mich an diesem Flügel wirklich nur verbessern.
Letzte Woche bin ich zusammen mit Linda zu einem Gemeindeabend einer Russisch-Amerikanischen Gemeinde gegangen und war begeistert von Liedern und Leuten. Ich werde mich bemühen, oft hinzugehen, aber man muss, wie überall hin, eine ganze Stunde fahren. Heute waren wir auch zusammen in deren Gottesdienst, der russisch-englisch gehalten wird und zum Glück auf unserer Insel stattfindet (15 min Fahrt). Die Gemeinde besitzt einen Raum auf dem Dachboden einer großen Kirche. In den unteren beiden Stockwerken finden simultan weitere Gottesdienste statt und man kann die verschiedenen Bands hören.
Katharina hat gelernt, wie man Blini macht, weswegen heute Abend Familiendinner geplant ist. Blini mit Schinken und Käse, süßer Kondensmilch oder Schokosauce und selbstgemachte, heiße Schokolade. Linda wird vermutlich nicht kommen können, weil ihr Freund endlich angekommen ist. Er bleibt ein ganzes Jahr, genau so wie sie.
Gestern vormittag waren wir auf dem vermutlich größten Basar der Stadt. Er beginnt mit normalen, kleinen Geschäften, entwickelt sich zu einem Klamottenmarkt mit riesigen Kisten und Kästen, voll von Mänteln, Oberteilen, Tüchern - ein riesies Kramland. Doch der eigetliche Spaß beginnt erst auf Level 3. Man findet sich in der Mitte von aus Schnee gebauten Tischen wieder, auf denen Leute all ihre Fundstücke und Habseligkeiten feil halten. All die Sachen liegen einfach im Schnee oder auf Plastikplanen und die Menschenmassen laufe durch Gänge, die durch die 10 ewig langen Reihen gegraben wurden. Man kann sich an einem Tag nur einen Bruchteil der Angebote anschauen und findet überall interessante Gebrauchsgegenstände, wie Gasbrenner oder Löffel, oder sovjetische Abzeichen und alte Armeeausrüstung. Einiges davon könnte man in Deutschland sicherlich gut verkaufen. Aber so verzweifelt bin ich ja noch nicht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen