Ich gebe zu, meinen ersten neuen Blogeintrag habe ich von Arbeit aus geschrieben. Deswegen all die umständlichen Umlaute. Leider kann ich meinen Laptop nicht ins Arbeitsnetz einspeisen und muss all meine E-mails an Deutsche mit zusammengesetzen Buchstaben verfassen. Wie dem auch sei, es sind ja kluge Menschen.
Was habe ich letzte Woche/ in der ersten Woche gemacht: Ich habe mich in Projekte eingelesen, ich habe E-mails geschrieben um Teilnehmer für ein Projekt zu werben und deutsche Autoren für ein anderes Projekt zu finden. Ich hoffe sehr, dass ich noch einem deutschen Artikelschreiber begegne, sonst ist mein erstes Projekt, bei dem ich einen direkten Nutzen für das Institut hatte direkt ein Fehlschlag. Ich bräuchte also dringlich einen Erfolg. Meine Chefin sagt zu meiner Arbeit immer nur Ja und Amen und ich weiß nicht so recht, ob alles, was ich tue, auch tatsächlich gefällt. Das werde ich sicher noch herausfinden, denn ich bleibe noch eine Woche ihr gegenüber sitzen und kann das Schweigen genießen. Eine kleine Übersetzung und ein Artikel für das UNESCO Projekt waren auch dabei und dann ist da noch die grottige (entschuldigt mein türkisch) Webseitenbearbeitungssoftware, mit der seit 2010 keiner arbeiten will und die ich jetzt auf den Weg bringen soll. Na meinet Wegen.
Jetzt in diesem Moment sitze ich auf meinem Fensterbrett, mit leicht angetrunkener Laune (Wodka ist wie ein slawischer Tandempartner) und dem Geruch von frisch gekochten Gretschka/Buchweizen und Zigaretten in der Nase. Es gibt nichts Slavischeres, meiner Meinung nach. Ich mag diese Stadt, sie ist wunderschön, aber nicht überall, mit verschiedenen Baustilen, Menschenschlägen, Barvarianten, sozialen Standards, lachenden, alten Männern und Rosen verkaufenden alten Frauen, Fast Food und Real Food Restaurants, schleichenden Touristen und mir, die meist zu spät aus dem Haus geht und direkt durchs Zentrum muss (obwohl ich ja keine festen Arbeitszeiten habe, aber versuche immer vor der Chefin da zu sein), Marionettenläden und Absintheisständen, überhaupt so vielen interessanten, mir unbekannten (Haschisch-Lollypops), faszinierenden, Prager Erlebnissen und ich hoffe auf baldige Horizonterweiterung und darauf, nicht aus meinem Fenster zu fallen.
Brittany, meine amerikanische Mitbewohnerin, mag mit mir Dinge unternehmen und wir sind viel in der Stadt unterwegs. Drew, der andere Ami, hat eine Freundin und ist immer mit ihr unterwegs. Das ist leider etwas langweilig für uns. Schade eigentlich, wo wir doch heute Abend den Russkij Standard geöffnet haben.
Ich hoffe auf schöne Tage und eine interessante Zeit. Der einzige Wehrmutstropfen (Wehrmut wäre jetzt auch toll...) sind die Hausarbeiten. Ich weiß noch nicht, wie ich die schaffen soll, aber ich werde dran arbeiten und mich anstrengen, nur noch nicht dieses WE. Man kann ja nicht alles auf einmal machen :) Ich muss mir echt ernsthaft in den Hintern treten, wie das alle anderen auch machen. Das Leben soll ja schließlich weh tun und nicht nur aus Würfelzucker bestehn, obwohl das schon ziemlich lecker wäre, aber auch sehr diabetisch.
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